Band 
[Siebenter Band. - Achter Band.]
Seite
175
JPEG-Download
 

175

einen der Alten verliebt zu sein) hatte so viel Verehrer als Horaz,Horatio lloratiorss! *

Augustus nannte ihn Isxiäisoimum bomunoionsin 2 und xurissi-niumpsnem; und in der That mag das kleine, witzige, schmeichlerischeMännchen nicht wenig unzüchtig gewesen sein, unzüchtiger als seineGedichte, und doch getraute sich Boß Epodon XII. nicht zu verdeutschen.Sein Biograph Suetonius sagt: Lpoonlato eubloulo soorta, äiciturbabulsss äiZpositn, ut, guooungug res^isxorit, ibi si imaZo ooitusrelerrstur. Horaz starb zn Rom, alt neunnndfünfzig Jahre, allgemeinbedauert, und so auch von August, der ihn und Virgilius, obgleichjener eine Thräncnfistel hatte und dieser hektisch war, von ganz an-dern Seiten geschätzt hat, als Hofleute geschätzt werden; er sagtelächelnd: Lgo sinn inter susxiria et laerimas .... b Scaliger wolltelieber die beiden Oden: Kuora tu Nelpomons und vonso gratus oraill,die er für süßer als Nektar und Ambrosia erklärt, gemacht, als Spa-niens Krone auf dem Haupte haben: aber der Britte llnderwood ging1790 noch viel weiter, befahl auf sein Grab zu setzen: Xon »innismvriar, i bei seiner Beerdigung die letzten Strophen der Ode XX imvierten Buche zu siugen, und beim Leichenschmause die XXX. Ode desersten Buches. Im Sarge hatle er einen Horaz in den Händen, einenHoraz zu seinen Füßen und einen Horaz unter dem Hintern!

Horaz können wir leider nur noch den verschrienen Petroniusbeifügen, arbitsr olegantiao, d. h. granäinsttro äss xtaisirs ^ unterNero, der als Genie lebte und als Genie starb, denn er ließ sich dieAdern öffnen unter Scherz und Lachen. Sein Satyricon ist garnicht übel, aber leider Fragment, und schildert die tiefe Verdorbenheitseiner Zeit mit freier Hand; daher er schmutzig sein mußte, und seinerZeit war Vieles nicht schmutzig, was es uns ist. Sein Trimalchionhat noch Seinesgleichen und Boccaccio's und Bandello's Novellen, La-fontaines Contes und Crebillons Romane werden selbst von Damengelesen, und sind sie nicht noch schmutziger? Unser Heine hat Petronrecht gut übersetzt, hätte aber wohl einige Anmerkungen weglassenkönnen, da unsere Grazien nicht mehr die großen Fächer ihrer Groß-mütter zn Hülfe nehmen können. Gewissermaßen gehört noch Se-neca's Apvkolvkynthosis oder die Vergötterung und Verwandlungdes dummen Kaisers Claudius in einen Kürbis hieher, und wenn der

i Noch tzorazischer als Horaz. — L Den witzigsten Neinen Mann. — * Ich bin stetszwischen Seufzern und Thränen. — ^ Ich werde nicht ganz sterben. — » Großmeister derLergnügrlngen.