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Kind der Liebe; sein eigentlicher Name war Gerardus Gerardi, undnur zu gerne hätten ihn treulose Vormünder im Kloster begraben;aber er warf die Kutte von sich, lebte von seiner Feder in Holland,Frankreich, England und Italien, am längsten und liebsten aber zuBasel, wo er 1536 starb in den Armen seiner Freunde, ohne die Kircheim geringsten zu bemühen. Sein Vermögen vermachte er den Armen,denn mit Jahrszeiten und Seelenmessen wollte er Niemand plagen,dafür sollten die Freunde eine gute Ausgabe seiner Werke veranstalten.Noch sieht der Reisende sein Kabinet und seine Reliquien zu Basel,wie zu Rotterdam seine Ehrensäule von Bronce mit einem Foliantenin der Hand, und der gemeine Mann nennt sie „de latynischen Karl."In England schätzte ihn der König, und Th. Morus liebte ihn; auchscheinen ihm die schönen Kinder und die Sitte des Küssens baß behagtzu haben, ob er gleich schreibt: Vonsri nunqnom ksrvitum sst, nsvaoavi qnillem in tsntis stnllioiurn lakoribns, st si quill kuit tmzrismall, nnnv ins sstso vinllisovit ab so txronno; srAO üoo nomirisAratiooima — Orsäut llnäoens ^.psllo! *
Th. Morus, mit dem er einst über die Transsubstantiation dis-putirte, sagte: Oosllo, quoll bobss, st üobss Corpus Oboist!. 2 Eras-mus schwieg; bei seiner Abreise gab ihm der Kanzler sein Pferd biszur Küste; er nahm es mit hinüber nach Holland und schrieb demzürnenden Freund: Orells, quoll bobss, st b-ibes. ^ Er dedicirteMorus, der seinen Geistesbruder sogleich in ihm erkannte: L.ut Lras-wns ant llisbolus, sein Lnoomiuin niorios, ^ das er auf einem Rittaus Italien nach London gefertigt hatte, und schrieb ihm, daß er beidem öftern Gedanken an ihn auf die Idee gekommen sei, über Narr-heit (^->>gl«) zu schreiben. Die Mönche, die sein hohes Latein (so nann-ten sie sein reines Latein) nicht verstanden, behaupteten, Erasmushabe das Ei gelegt, das Luther nur ausgebrütet habe (nicht ganz mitUnrecht), und nannten ihn Vorläufer des Antichrists, Ketzer und Got-teslästerer, ja sogar Behemot Hiobs, das kleine, schwache, magere undfurchtsame Mariniern. Einst war Erasmus' Lob der Narrheit in allenHänden, wir haben Uebersetzungen sogar mit holbeinischen und chodo-
» Der Liebe habe ich nie gedient; unter so viel Studien habe ich keine Zeit dazu ge-habt: habe ich etwas von diesem Uebel früher empfunden, so hat mich jetzt das Alter vonder Tyrannei desselben befreit; in dieser Beziehung ist es (das Alter) mir also sehr will-kommen. Das glaube der Jude Apella. (Eine Stelle aus Horaz, die den Unglaubendessen bezeichnet, welcher sie anführt. Horaz erzählt ein religiöses Wunder und sagtdann die angegebenen Worte, ist die römische, bei dem griechischen Sklavennamen
gebrauchte Form für die griechische: ^.pellss.) — 2 Glaube, daß Du ihn hast, dann hastDu den Leib Christi. — 2 'Glaube, daß Du es hast, dann hast Du es (nämlich das Pferd.)5- * Entweder Erasmus oder der Teufel. — Lob der Narrheit.