184
liche noch erhöht, und was sein Spott nicht bewirkte, bewirkte seine eigeneErziehungsmethode: wenn er seine Zöglinge geißelte, zog er immer eineFranziskanerkutte an. Buchanau, der sich in Frankreich bildete und eintrefflicher moralischer Mensch war, verdient noch heute gelesen zu werden;der Haß der Mönche verfolgte ihn überall; er kam erst wieder mit demSieg des Protestantismus in sein Vaterland zurück, stieg zu den höchstenWürden empor und zog sich erst ein Jahr vor seinem Tode in dieEinsamkeit zurück; er starb 1582 unvcrheirathet, alt 76 Jahre, undso arm, daß er auf Kosten Edinburghs beerdigt wurde. Seine inte-ressante Selbstbiographie könnte ein Muster der Bescheidenheit sein,ein Muster von Ruhe, Gutmüthigkeit und Weltkenntniß für die neuernSelbstbiographen.
Der Italiener Curio gab 1544 zwei Bände kasguillormn her-aus, die selten sind, weil sie hierarchisches Feuer verfolgte; Heinsiuszahlte einst hundert Dukaten dafür, mich kosten sie nur elf Gulden,und das ist genug. In Volüi Isetionss inemorabilss, und in ü'Iaovioorruptus soolbslas status finden sich Satiren, die verdienten, vondem Mittelgut abgesondert und nächst den bessern Stücken der ?as-guillorum als Fortsetzung der Ogusoula satirloa 6t lackiern tsmporsrskormationis serigta. Ickxs. 1784, neu aufgelegt zu werden — eine an-genehmere Gedächtnißfeier der Reformation, als die vielen Gedächt-nißfeicrn, die das Jahr 1817 hat sehen müssen I Doch jene bessernWerkchen sind ja lateinisch, und es gehört zur Aufklärung meiner Zeit,daß wir uns wenig mehr um Latein kümmern.
Mit Unrecht scheint auch Barclay's Satirioou, vorzüglich seinIcon nnimoruiu und seine ^.rgsais vergessen; letzterer, ein politischerRoman, war das Lcibbuch Richelicu's und Leibnitzens, und beideüberraschte der Tod über diesem Buche; eine Ehre, die kaum mehrder Bibel widerfährt. Bebels und Frischlins §aostias waren einstnicht minder Modebücher, die viel an Ehrengeistlichkeit sich reiben undnichts weniger als züchtig sind. Frischlin, Professor zu Tübingen,der sich bei einem Sprung aus der Feste Urach jämmerlich zerschmet-terte, hatte viel Achnlichkeit mit Schubart, der auch Alles beißen zumüssen glaubte, schrieb auch das Lustspiel krisoianus vapulans gegendie lateinischen Schnitzer, und es muß für seine Zeit vis eomioa(komische Wirkung) gehabt haben, da es noch lesbar ist, weniger aberdie Komödie Utiarma gegen Ketzerei und Ketzermacher; und der ganzeWitz in seiner Vita ruatioa, eine Satire auf die rohen Baucrnschin-dereieu des Landadels, besteht in Schimpfwörter:: Nimrode, Centauren,