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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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XVIII.

Die Satire der Deutschen und des Nordens.

Satire ist eben nicht das Fach, in dem wir Deutsche glänzen; wirdürfen nicht satirisch sein, obgleich schon unsere Minne- und Meister-sänger unter den herrlichen schwäbischen Kaisern einen trefflichen An-fang gemacht und Papst und Clerus derb zu Leibe gegangen sind, jaschon die alten Germanen neben ihren Bardenliedern und Lobgesängcnaus Helden Schmähgedichte auf Feige und Ehrlose hatten, die sieAbends absangen und Gesanglichter und Mondliedcr nannten. Voneinem solchen Spottlied kommt der Name des Wolfs, Jsegrimm >' dasLied ging einen österreichischen wilden Grafen dieses Namens an.Auf Hohcnstaufen entsprang, wie Bodmer leiert:

Entsprang aus finstrer Nacht der ungewohnte StrahlUnd schimmerte von da durch Deutschlands weiten Saal.

Und so wie diese alten Deutschen es getrieben haben, sollten wires fortgetrieben haben und forttreiben, ohne zu übertreiben, wie dieBritten, die leicht in Persönlichkeiten übergehen, jeder nach der Gabe,die ihm Gott gegeben hat, Ernst oder Schimpf; aber wie wenig diekomische Satire deutsche Sache sei, beweist schon, daß unsere Altendas Wort Satiren — Strafgedichte übersetzten.

Auf unsere Minne- und Meistersänger folgte Hugo von Trimberg,ein Würzburger, mit seinem Renner, und der Züricher Hämmerlein,der die Mönche so geißelte, daß er im Franziskanerkloster zu Luzernwieder gegeißelt wurde, und wahrscheinlich im Geißelgewölbe des Kut-tengesindels auch starb 1448. An sie reiht sich das Meisterstück alterpolitischer Satire: Reinecke Fuchs. Schon vor dem Jahre 1233 mußin Frankreich ein Renard gelesen worden sein, da sich theologischeKlagen vorfinden, daß man dessen Schalksstreiche weit öfter abgebildetsehe, als die Wunder der Heiligen, und ein Peter von St. Cloudsoll die geistreiche Schnurre gebildet haben, die unserem niederdeutschenRynke Voß zu Grunde liegt, worauf auch der Name Malpertus(Maupertuis) hindeutet. Man muß den Spöttern zu Ende des Mit-telalters den Ruhm lassen, daß sie die Lacher auf ihre Seite ziehenund Laster und Thorheit bester zu schildern und freier zu geißeln ver-standen, als die deutsche Satire des neunzehnten Jahrhunderts.