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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Unser Rynke Voß erschien in niederdeutschen gereimten Iamben.Gouda 1479. 4., schon im Jahre 1481 eine englische und im Jahre1464 die plattdeutsche Lübecker Ausgabe; jeder Uebersetzer und Kom-mentator, wohin auch die angeblichen Erfinder Alcmer, Baumannund Eckardt gehören (der sogar in seinem Lorumout. ack Usibnimivollem. II. 197, die Personen kennen will, die unter den Thiergestal-ten gemeint sein sollen), erlaubte sich Freiheiten; das Original waraber srcier noch und schwerlich mehr wieder herzustellen. Im drei-zehnten und vierzehnten Jahrhundert war Rynke Voß so beliebt, daßer nicht nur ins Latein, sondern fast in alle lebenden Sprachen über-' fetzt ist und eine Menge Ausgaben, Nachahmungen und Umwand-lungen erlebt hat. Rynke Voß ist gar oft sogar dramatifirt worden;bei einem Feste Philipps des Schönen wurde er sogar Papst, fraßaber nur desto mehr alte und junge Hühner. Wer hatte nicht Reineckein Goethe's hexametrischer Paraphrase gelesen, wenn auch hier dasnaive niederdeutsche Kolorit ganz verwischt ist? Soltau's Uebersetznngin hochdeutschen Knittelversen ist noch besser, ganz getreu dem Urtextaber die prosaische mit Kupfern, Tübingen 1817. 8. Wer Rynke Voßrecht genießen will, muß ihn plattdeutsch lesen, und die beste Ausgabeist von Sckieller, Braunschweig 1825. 8.

Carl XII- las wenig, den Curtins, der ihm den Kopf verwirrte,vielleicht noch am meisten ; aber zu Stralsnnd verkürzte er sich die Zeitmit Reinecke, und es gibt eine wenig gekannte Fortsetzung nicht ohneWerth, die Renner unter dem Namen Sparre lieferte: Hennynk deHan. Reinecke wird leben, wenn auch alle Herren von Fuchs odervon Voß ansstcrben sollten, fortleben, wie die Füchse, die er kopirte,so lange es eine Welt und Höfe gibt. Sein wichtiges Thema ist:Nach dem Weltlauf triumphiren Ränke und folgerechte Schlauheitüber alles Recht und alle Wahrheit; und wenn auch der heitere Witzdes goldenen Büchleins mit dem Leben aussöhnt, so seufzen doch Tau-sende, wie das Büchlein beim Schlüsse:

So endigt Reineckeus Historie,

Gott helf' uns zu der ewigen Glorie!

Nicht minder beliebt war einst Brandts Narrenschiff, dessen sichSwift nicht zu schämen hätte; man las sogar Kollegien darüber, wieüber Reinecke; ja Geiler von Knysersberg hielt sogar Predigten dar-über. Jede Predigt hat die Ueberschrift: Ltultorum numerus sst ii>-Luitus; ' folglich ging er noch weiter, als Brandt selbst, der nur 113

l Die Zahl der Narren ist unendlich.