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Nairren ausführt und zu allererst den Büchernarren, West er selbsteiner sei. Mich muß wundern, daß er die Lachnarren vergessen hat.Brandt war Professor der Rechte zu Straßburg und Syndikus derStadt (gest. 1520). Die seltenste Ausgabe seines Werkes ist 1594,alle neuern sind weniger frei und vollständig, daher die lateinischeUebersetzung von 1598 mit Holzschnitten vorzuziehen ist. Brandt glaubte,daß ein Narrenspiegel den Thoren noch am ehesten zur Selbsterkennt-niß verhelfen könne, was der Prediger Geiler auch geglaubt habenmuß, und viele Neuere von ihm hätten lernen sollen, statt zu eifern,zu zanken und die Kanzel zu schlagen wie eine Trommel:
Denn wer sich für einen Narren acht't,
Ist weit eher zum Weisen gemacht.
Gleich beliebt war des Straßburger Franziskaners Murner Nar-renbeschwörung, Schelmenzunft und Gauchmette (mit Erläuterungenvon Waldau. Halle 1788. 8.), Morsheim Spiegel des Regiments,Alberi der Barfüßermönche Eulenspiegel und Alkoran, von Rolldn-hagen Froschmänsler, die alle entweder allegorisch oder geradezu überPolitik und Religion, Philosophie und Sitten satirischen, und mehrergötzen als spätere Produkte, wo der Satyr entweder hinter Pedan-ten sich verkroch, oder aus Kunstrichtern und Recensenten grenzte, dieihre Pasquille in Journalen und Zeitungen für Satire hielten. Un-streitig ist der Koryphäe unserer alten Satiriker Fischart, genanntMenzer (von Mainz?), Amtmann zu Forbach (geb. 1550, gest. 1610),den inan sogar unsern Aristophanes und Rabelais genannt hat. Wennihn ein Literator Flöget hochpreist und ihm in seiner komischen Lite-ratur allein Seite 326 bis 378 widmet, so habe ich nichts dagegen;aber daß ihn auch Jean Paul so lobpreisen konnte!?
Fischart hat unstreitig Witz und komische Laune, rauhe, harteSprache und Wortspiele nicht minder, an Possen und Zoten fehlt esauch nicht — Sünden seiner Zeit — aber wie ihn Neuere so lobprei-sen mochten? Soll es vielleicht Genie sein, wenn er so frei und sotoll mit seiner Frau Muttersprache umspringt, so drollige Zusammen-setzungen und so ellenlange Worte macht? Schon der bloße Titel sei-nes (Jargautua muß abschrecken, und wo bleiben die Sachen? Mußman die Perlen nicht wie der Hahn aus dem Misthaufen suchen? In-dessen so gut als Rabelais noch gelesen wird, mag auch Fischart,dessen Hauptwerk immer seine Uebersetzung des Rabelais bleibt, mitdem er so frei umging, daß er mehr als die Hälfte eigenes Zeug undNicht selten besseres dazu gab, gelesen werden. Sein glückhastes