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Thorheiten ins Große und den Unsitten der Reichen und Großen zuLeibe zu gehen wagte. Beide wurden aber dennoch mit Swift ver-glichen ; so genügsam waren wir. Deutscher Witz und Laune wurdenzuerst rege in den Belustigungen des Verstandes und Witzes1741, und in den Bremer Beiträgen, die nachfolgten; beidemachen jetzt einschlafen oder mitleidig lächeln. Wir sind doch auchhier weiter gekommen. Von Liskov wissen wir wenig: ein Mecklen-burger, Hauslehrer, Sekretär, kam er nach Dresden; da er aber seinensatirischen Witz so wenig unterdrücken konnte, als das Niesen, sonieste er auch dem britischen Minister so stark ins Gesicht, daß erDresden verlassen mußte, und starb zu Eulenburg in Dürftigkeit,wo nicht gar im Gefängniß 1759. Seine Satiren treffen fast aus-schließlich schlechte Autoren und die dunkeln Gelehrten Sievers undPhilipp! ganz persönlich. Sievers wagte nicht mehr zu schreiben, ver-schrie ihn aber als Freigeist und kanzelte ihn einst mit solcher Wuthab, daß er das ehrwürdige Gewand und die Kanzel ganz naß machte.Diese ganz persönlichen Ironien sind nicht auszuhalten; verdient nochetwas Auszeichnung, so ist es die Satire auf Naturaliensammler: diegefrorene Fensterscheibe, und die einzige nicht persönliche Satire:die Vortrefflichkeit und Nothwendigkeit elender Scriben-ten. Es ist mir nicht begreiflich, wie Kant, der trotz seiner tiefgehen-den Scholastik viel Sinn für Witz und Laune hatte und selbst besaß,Liscov, neben Erasmus, lieber las als Rabener (alle drei verschwan-den, als Lichtenberg erschien), aber noch unbegreiflicher, wie Johannesvon Müller in einem seiner Briefe au Gleim schreiben konnte: „KeinDeutscher war je launiger; Liscov ist Original, man sollte ihn alsaus dem Englischen übersetzt ausgeben, und ganz Deutschland würdeihn mit Entzücken lesen; gnock pstis üio ost!" ^
Rabener steht weit über Liscov, geboren zu Wachau bei Leipzig1714, und gestorben als Obersteuerrath zu Dresden 1770. WelcheFamilie besaß nicht im vorigen Jahrhundert neben der Bibel undeinem Predigtbuch Geliert und Rabener? Sie sind auch mir nebenFriedrichs Feldzügen schätzbare Reliquien des Vaters in meiner zahl-reichen Bibliothek, worüber er jammern oder gar nach seinem Stockgreifen würde, und in dem Quartauten des Predigtbuchs steht auchdas Verzeichniß der Kinder, die Stunde ihrer Ankunft und ihre Tauf-pathen. Rabener ergriff die allgemeine Satire wie's recht ist, harm-los, heiter, ohne Tücke; aber seine Thoren sind bloß gelehrte Pedan-l Was du suchst, ist hier.