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erfreulicher Beweis sind, daß unser Mangel weniger vom Gert alsvon äußern Umständen herrührt, und mehr Talente verloren gehen»als geübt oder gar belohnt werden. Wo denke ich hin? Unsere be-wegte Zeit, wie man spricht, fürchtet den Witz; Johnsons Satire,Uonäoii 1738, gründete seinen Ruhm und sein Glück ; ich möchte keinesolche Satire wagen auf das kleinste Rcsidenzchen noch im Jahre 1838!
Wenn schon im gemäßigten Klima des Vaterlandes der Satyrsteif und kalt ist, so muß er starren und frieren im Norden, schon inHolland und Dänemark, wie erst da, wo es zwei Winter gibt, einengrünen, wie bei uns am grünen Donnerstag, und einen weißen, wieum's Neujahr; da wärmen sich auch Witz und Laune an deutschen,französischen und englischen Herden. In den Niederlanden zeichnetensich jedoch die Rederyker (Rhetoriker) aus, die das Volk belustigten wiedie alten Meistersänger, aber von den hochwürdigen Dominis nichtübel verfolgt wurden; ihren Ursprung nahmen sie zur Faktionszeitder Kabilauen und Höken, die man auch zur Resormationsepoche aufdie Pfaffen loshetzte, und sie erleichterten nicht wenig den Eingangder neuen Lehre. Kein Buch trug mehr dazu bei, als St. Aldegarde'sBienenkorb, die merkwürdigste Satire der Niederländer, die Fischarttrefflich übersetzt hat: Bixuenkorb des heiligen römischen Jmmcnschwär-mens, seiner Hummels- (Himmels) zellen, Hnrennestcr (Hornißnester),Bremengeschwärme nnd Wespengetös. Christlingen 1580. 8. Vondel,der erste Dichter dieser Nation, schrieb auch Satiren, aber ganz inJuvenals ernster Manier, politische und persönliche; dafür aber ge-hören Deckers Lob der Goldgierde und der Cornelia de Launoy Gast-mahl, das Adelsnarren züchtigt, hieher, nnd die Satiren eines Foske,die ich nicht kenne, die aber in Holland berühmt sind.
Dänemark hat in Holberg (Mehreres unter Lustspiel) seinen Mo-lidre und Voltaire, und der Satyr plagt ihn selbst in seinen ernstenhistorischen Werken. Wer kennt nicht seinen Peter Paars und Klimm'sunterirdische Reise, die in alle Sprachen übersetzt wurden und einstauch bei uns Lieblingsbücher waren? Letztere steht weit über PeterPaars. In diesem Klimm brach des dänischen Erasmus satirischeLaune noch einmal hervor am Abend seines Lebens, da die Pietisterciwie ein Höhenrauch ganz Dänenland durchzog, und nur der Umstand,daß sie lateinisch geschrieben waren, schützte ihn vor der Verfolgungdieser Frommen. Holberg hinterließ noch vier sogenannte Scherzge-dichte; aber auch in seinen moralischen Gedanken nnd vorzüglich inseinen Briefen, die mir interessanter sind als seine Lustspiele, sind