Band 
[Siebenter Band. - Achter Band.]
Seite
267
JPEG-Download
 

267

der dies erzählt, standen versteinert; endlich sagt letzterer: Unün, vssoulüst visut ä'uu grauä üomms I '

^ Voltaire hatte hellen Verstand und Menschcnkenntniß, aber dochohne wahren Tiefblick und philosophischen Forschnngsgeist; schwerlichwar er Jemands warmer Freund, wohl aber Feind Aller, die ihmwidersprachen und ihn nicht für das halten wollten, wofür er sichhielt; Feind aller Vorurtheile nicht minder, aber nur, wenn sie seinemInteresse im Wege waren, mehr eitel als ehrgeizig, und nie groß.Piron fürchtete seinen scharfen Zahn nicht, aber er ihn, und da einstder alte Spötter mit mou oosnr! um sich warf, entgegnete Piron:koint ä'insaros, Aonsisur! ^ — „Sie arbeiten an einem Epos, wasist der erhabene Gegenstand?" fragte Voltaire. — „Ich habe solchen,wie Sie, auf dem Pont neuf gefunden, Sie besangen Heinrich IV.und ich sein Pferd." Selbst Freron wußte ihn zu packen; mit Un-recht hatte dieser die Mcrope getadelt; Voltaire veranstaltete eineprächtige Ausgabe mit einem Kupfer, wo ein Esel einen Lorbeer be-nagt; geschwind kündigte Freron diese neue Ausgabe an: avso IsPortrait cko i'autbur, ° und der Autor kaufte eiligst alle Exemplarean sich. Marquis d'Argcns hat ihn mit provenqalischer Lebhaftigkeitam richtigsten definirt: Os d . . . a äs 1'osprit oomms guarauts, Maisil est malioioux voiumo un vioux siriAS. ^

Man sage, was man will, Voltaire hatte ungewöhnliche Gaben,und was Witz betrifft,

äs estts SAÜSS il est 1s sueristain; 5

er hatte das schärfste Auge für alles Lächerliche, und Eleganz undDelikatesse verließen ihn selten, wenn er auch schwatzte wie ein alterGeck, und frech wurde wie ein Satyr; daher stehen auch seine komischenWerke weit über den ernsten, und der philosophische Anstrich und derschöne Stil erhöhen die Reize seiner genialen Erfindungen, daher ihnauch ein Britte Is bouüon äu äiablo b nennt. Uebcrall sah er ergötz-liche komische Beziehungen; in der Antwort des Oesterreichcrs aufseine Frage: „Von welcher Religion?" — „Ich bin in der katholischenerzogen," wobei jener an gar keine Feinheit dachte, wie bei dem Fallder Mademoiselle Clairon, die ihn mit sich zu Boden zog: ü präsentgas uous somiuvs tous äenx ä terrs gu'allons uous tairs? ^ Er

* Diese Ohrfeige kommt von einem großen Mann. — 2 Mein Herz! — Nur kerneSchmähungen, mein Herr! — 8 Mit dem Portrait des Autors.— 4 Dieser... hat Geistwie 40, ist aber boshaft wie ein alter Affe. — s Gewiß, er ist der Küster dieser Kirche.(Vers aus Voltaire's Pucelle.) — 6 Lustigmacher des Teufels. — ? Was sollen wir an-fangen, da wir beide jetzt auf dem Boden liegen?