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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Verfolgung des etwas freier denkenden Predigers Hermes zu Grunde,der aus Mecklenburg sich zu Friedrich flüchtete. Schwärmer Stillingtrat gegen diesen Goliath Sebaldus Nothanker auch auf als Davidmit der Schleuder; der Knabe aber hatte nicht das Glück Davids, derauch nichts weniger als ein Stilling war, wenn er auch noch kleinererStatur gewesen wäre. Nicolai konnte über alle Schwärmer undDummköpfe lachen; er lebte unter Friedrichs Scepter, und Katharinasandte ihm die große goldene Medaille, und seine einträglichsten Buch-händlergeschäfte waren mit der großen geistreichen Frau.

Sein Sebaldus, dessen Werth noch die Kupfer Chodowieckp's er-höhten, bahnte Bunkel den Weg, der alle Nichardson, Sterne undFielding noch übertreffen sollte, aber das Publikum fand sich durchBunkel mit seinen acht Heirathen und seinem theologischen Kram, dersieben Achtel der vier Bände füllt, denn der Kerl schwatzt immer, alsob er der größte Christ wäre, und lebte als der größte Zöllner undSünder, furchtbar getäuscht, wenn es sich nicht wieder an den sechzehnschönen Kupfern Chodowieckp's ergötzt hatte. Diese berühmte litera-rische Täuschung ist mir ein Paradoxon in Nicolai's Leben, wenn ichihn nicht zu einem niedrigen Spekulanten herabwürdigen will, und sieverdiente, daß die weniger gekannte „Geschichte einiger Esel," Ham-burg 1782, drei Bände, 8. als Fortsetzung erschien. Noch wenigerkann man Käfluern übel nehmen, wenn er äußerte:

Der lange Nickel fegt mit seinem Ladenbesen

Ein Büchlein vor die Thür, und alle Dunscn lesen.

Nicolai's zweiter Roman: „der dicke Mann," schwingt die Geißelüber eitle junge Gecken, die mehr Talent und Charakter sich zutrauen,als sie besitzen, und schildert die Folgen des jugendlichen Leichtsinns,der Unthätigkeit und Unbestimmtheit als Hindernisse alles Glücks inder Welt, nicht ohne Seitenblicke auf Kantianismus, aus welchen erstin seinem dritten Roman, „Sempronius Gundibert," recht hell tref-fende Blitze wurden, die den Beifall jedes natürlichen, geraden undnicht überspannten Denkers hatten. Es war ein Wort zu rechter Zeitgesprochen, und man nahm es auf mit der Freude, mit der Bona-parte die Antwort des Lausanner Professor Levade aufnahm auf seineFrage: „Was hält man in der Schweiz von Kant?" — „Wir ver-stehen ihn nicht!" Er rief seinem Berthier: „Hören Sie, Berthier,Kaut wird auch hier nicht verstanden!"

Sempronius Gundibert ist mehr oder weniger in gleichem Fall,