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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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weil es hundert Wihköpfe gegen einen gibt, der tiefen metaphysischenVerstand hat, und wenn es dem korsischen Genie mit der kritischenPhilosophie ging wie Friedrich mit der deutschen Literatur, so hat dasbei Großen und Kriegern weniger auf sich, als bei einem Sempro-nius, der ein Gelehrter sein will; aber auf jeden Fall verdiente derUnfug a priori oder von vorne, und die lächerliche Verachtung allesdessen, was frühere Philosophen lehrten, als ob Alles wirklich «, xvs-toriori von hinten herabgefallen, folglich unrein sei, alles Empi-rische nichts, während gerade richtige Erfahrungen das Beste und Nütz-lichste der sogenannten Philosophie ausmachen, wie die Moral alleindie 88. lllisologia erträglich machen kann, die Geißel des alten gerad-und scharfsinnigen Spötters. Nicolai ließ dem Scharfsinn des Urhebersder kritischen Philosophie alle Gerechtigkeit widerfahren, aber schon diekauderwelsche Sprache der reinen Vernunft mußte dem Mann Ekelerregen, der zu Berlin im Umgang mit den hellsehenden, heitern undgeschmackvollen Witzköpfen Lessing und Mendelssohn sich gebildet hatte,in einer Hauptstadt, wo der Geist eines Friedrichs Denkfreihcit ver-breitete, die ihr wohlthätiges Licht über die Dunkelheit des weitenVaterlandes ergoß, bis die Revolution das Weitere that. Die Kant-linge standen erbost und empört vor Sempronius, selbst ein Fichtevergaß sich auf eine Art, die unter seiner Würde war, und ich hätteNicolai sehen mögen und Hegel.

Nicolai lebt in seinen Werken; wenn auch die Romane ihrenWerth verlieren sollten, weil er die Thorheiten, die sie betreffen, selbstweggelacht hat, so werden noch seine Anekdoten von Friedrich II., seineAnmerkungen über des eiteln Zimmermanns Fragmente, den großenKönig betreffend, und seine Topographie von Berlin und Potsdaminteressiren, denn er saß an der Quelle, so wie seine Reisen durchDeutschland, die trotz zwölf Bänden leider kaum den ganzen Südenumfassen, und die Oberdeutschen, vorzüglich die Wiener, nicht wenigin Harnisch brachten, weil er Wahrheiten sagte. Nicolai blieb bis insein Greisenaltcr thätig und heiter, und nichts trübte seine Seele, alsdas traurige Schicksal seines Preußen, das er noch erleben mußte,denn er starb erst 1812. Ich machte die persönliche Bekanntschaft einesMannes, der wohl der wichtigste aller deutschen Buchhändler war undsein wird, der zu leeren Titeln und Ordensbändern, die er habenkonnte, nur lächelte, und voll Geist und Einfachheit war, an der Tafeldes trefflichen Ministers von Struensce, wohin er, wie zur Tafel desMinisters Grafen Beulwitz, oft geladen wurde, und er, er freute sich