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räumt hat. Es sind indessen bloße Schattirungen: mit Kampers Ge-sichtslinie, die sich etwas vorwärts neigt, erhalten wir die antikenKöpfe, rückwärts geneigt die Negerköpfe; gehet man noch weiter rück-wärts gegen die Horizontallinie, so kommen Affenköpfe, Hunde- undPferdeköpfe; endlich wahre Vogel- und Schnepfengesichter. Wiekommt es, daß die Juden nicht sowohl in der eigenen Judcustnfe, alsvielmehr in dem Uebergange und der Verbindung der Nasenschcidemit der Oberlippe etwas Ziegenartiges haben?
Die Franzosen sind der Sauerteig, den das Weib Europa nahm,und ihn unter drei Scheffel Mehl mengte, bis daß es gar durchsäuertwar. Alle Europäer sind Brode aus demselben Backtroge und Teigegeknetet, und in einem und demselben Backofen neuerer Kultur ausge-backen. Den Franzosen unserer Zeit verdanken wir es, daß sich dieentferntesten Nationen haben kennen lernen, nicht bloß Europäer, son-dern selbst asiatische Nomaden, die am Oby weiden. — Die Völkerdes Nils und Syriens sahen Europäer, die Pariser Mameluken undäthiopische Mädchen, Russen und Türken wurden Alliirte, und dieFranzmänncr hatten große Lust, sich im Ganges zu baden, ja selbstmit ihren rothen Todfeinden zu fraternisiren, die endlich sich die Mühenahmen, zu ihnen selbst nach Paris zu kommen. Uns armen Deutschenwurden alle Nationalcharaktere ins Quartier gelegt, um uns wenig-stens die Reisekosten zu ersparen.
Der Britte begeht seine Lächerlichkeiten aus Freihcitsliebc, derFranzose aus Lebhaftigkeit; der Holländer aus Geldsucht, der Spanierund Portugiese aus Neligionsvorurtheil, der Italiener aus Heftigkeit,Feigheit und Liebe zur Kunst. Den Deutschen bethören Nachahmungs-und Titelsucht und zu weit getriebene Bescheidenheit; weiter gegenNorden hin dürfte man es vielleicht Sklavensinn nennen. Die vor-herrschende Neigung des Engländers ist das Eigenthum, des Deutschendie Ehre, des Italieners der Geschmack, des Spaniers Ruhe, desFranzosen aber der Mensch und die Geselligkeit; bei den Brittenmischet sich überall Sonderbarkeit ein, bei Franzosen die Galanterie,beim Italiener Bouffonnerie, beim Spanier Andächtcleien beimDeutschen, wo es halbwegs sein kann, Essen und Trinken undRauchen.
Der Franzmann packt sich über die Ohren ein, wenn er reist,und geht mitten im Winter in seinem Palais royal in Schuhen undChapeau-bas in der leichtesten Kleidung; der Spanier trägt seine Eierin Säcken und seine Nüsse in Körben, verkauft die Butter ellen- und