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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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das Getränke pfundweise, und unsere Damen schellen der Zofe, umsich ein Schnupftuch aufheben zu lassen, und gehen einige Stundenspazieren; brittische Damen aber speisen Mittags im wohlverschlosse-nen Speisesaal, des Nachts aber im Garten. — Italiener sind dieEinbildungskraft, Franzosen der Witz, Brittcn der Verstand, Deutschedas Gedächtniß. Ganganelli verglich die vier gebildetsten Nationenmit den vier Elementen: der Italiener ist das Feuer, der Franzosedie Luft, der Engländer das Wasser, der Deutsche die Erde, die trotzihrer Schwere herrliche Früchte bringt. Das Genie selbst schlägtbei dem Deutschen mehr in die Wurzel, beim Franzosen in die Blüte,beim Italiener in die Krone, und bei dem Britten in die Frucht. Inden Colonicn fingen die Spanier damit an, eine Kirche zu bauen, dieBritten eine Schenke und die Franzosen eine Festung, in der aberein Tanzsaal sein mußte. Ein Stallmeister unterschied sogar die Na-tionen nach der ihnen eigenen Art zu reiten. Die Engländer hüpfen,die Franzosen sitzen auf ihren Gäulen wie Schneider und die Italie-ner wie ein Laubfrosch auf der Wettcrleiter; die Spanier schlafendarauf und die Russen drehen den Oberleib wie eine Dole, nur derDeutsche sitzt ruhig wie ein Mann; Mann und Pferd sind eins.

Der Britte ist Punsch, der Deutsche Wein, der Franzose Weinmit Wasser; Wein mit Wasser reicht hin, den Franzmann warm zuhalten, der Britte muß Punsch haben, und dann lärmt er, der Fran-zose aber hält Maß. Damen animiren ihn, der Britte genießt sieder Deutsche hält sie kosmopolitisch für gleichberechtigt mit den Män-nern; seine Begeisterung kommt von innen.

Witz und Einbildungskraft scheinen mehr zu gedeihen bei müßigenNationen, wie alle Südländer sind, da sie eine fruchtbare Erde, wenigWeiber haben und auf öffentlichen Plätzen und Spaziergängen vielUmgang pflegen, so wie die Alten, welche das Arbeiten den Sklavenüberließen und aufs Forum gingen. — Bei beschäftigten Vollem, wiedie Nordländer, schlägt der moralische Mensch und der Verstand mehrvor, und daher fühlen sie auch im Komischen weit eher das Schänd-liche als das Lächerliche und Witzige. Selbst die Sprache der ger-manischen Völker ist energisch und derb, wie die, die sie sprechen. Diesüdlichen Sprachen sind weicher, feiner und phantasievoller, wie dieNationen, die sie reden. In Europa ist kaum noch der Mittelstandirgendwo Ausländer, der Handwerker und Arbeiter aber überall zuHause, wie die Sonverains und der Adel; überall findet er Ambosund Hobelbank, Knieriemen und Schneidersitz, Holz und Axt für die