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Der Aberglaube und die bloße Ceremonienreligion begünstigen Träg-heit und Jmmoralität; das reizbare, lebhafte Gefühl des Italienersden Meuchelmord, wie die Vielherrscher den Mangel alles Patriotis-mus, und italienischer Geiz den Handel. Der Italiener, nie Herrbei sich selbst, stets unterjocht, wurde schelmisch, verstellt, verschmitztund selbstisch; sein Klima mußte ihn um so weichlicher machen, jemehr der Handel ihn bereicherte. Alle diese schönen Eigenschaftenwerden, je weiter man nach Süden kommt, immer superlativer. Wel-cher Deutsche oder Britte möchte mit ihnen sympathisiren? Weit ehernoch mit Franzosen! Die feinsten Quinten werden in Italien ge-macht, und daher nennen wir auch einen Schlaukopf einen Quinten-macher.
Keine Nation reiset so wenig als die italienische; ihre Reisendensiud allenfalls die Tabuletkrämer, Hechelträger und Bilderhändler, dienach der Mode zu Fuße reisen, und daher die Unwissenheit derNation. Bei Italienern denken wir sogleich an die savoyardischenLehrer, Kaminfeger und Schuhputzer und die schönen Schattenspieleran der Wand, und an die Murmelthierträger:
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Dafür haben wir desto mehr Reisende und Reisen über Italien biszum Ekel, und rechte Gelehrte saßen auf Antiken und Ruinen, oderauf Mineralien und Vulkanen wie Spallanzani. Colombo, Cabot,Verazzani rc. waren Italiener, aber sie entdeckten ferne Länder nur fürandere Nationen. Italiener haben keinen Fußbreit Landes in andernErdtheilen; die Kaufmannsseelen von Venedig und Genua, Florenzund Pisa waren zu kärglich und beschränkt auf Detail. Italienergalten einst für die größten Politiker in der Theorie zur Zeit, woman Politik in Ueberlistung setzte; aber wenige Länder warenschlechter regiert als Italien, wenn wir allenfalls Toscana und S. Ma-rina ausnehmen. Italien gab uns Wissenschaft und Kunst wieder,und es war eine Zeit, wo sie so gut als Griechen und Römer be-rechtigt waren, alle ihre Zeitgenossen Barbaren zu nennen; aber wassind sie jetzt? Immer sprechen sie von Verjagung der Barbaren, abernie haben sie solche verjagt, nie sind sie eine Nation, nie ihre eigenenHerren gewesen, und werden es auch wohl sobald nicht werden, unddoch gibt es neunzehn Millionen Italiener! Der Italiener ist von