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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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und auch ebenso verschieden wie diese von den eigentlichen Deutschensind. Ihr ganzes Wesen hat etwas Kriechendes und Sklavisches, unddann wieder etwas Despotisches und Hochfahrendes, wo sie befehlen,wenig getren ihrem Worte, unreinlich im Hause wie in der Kleidung;faul, jähzornig, versoffen und höchst sinnlich, sind sie sehr wesentlichvom echten Deutschen unterschieden. Aus ihren Namen selbst könnenwir abnehmen, wie sie nach und nach vorrückten. Die Böhmen, oderin ihrer Sprache Tschechen, sind die vordersten, die Pommern An-wohner des Meers, die Polen Bewohner der Ebenen, die LausitzerBewohner der Sümpfe, und die Schlesier die Hintern, die Letzten.Es ist noch eine große Kluft befestigt zwischen Deutschen und Oester-reichern; aber die allergrößte zwischen Nord- und Süddeutschen.

Im Norden war von jeher Wind, Sand und Lärmen, er beginnt,so wie man über Nürnberg oder Kassel hinaus ist. In Schwaben,Franken und am Rhein thront echte Genialität, Lebensfröhlichkeit undGemüthlichkeit; noch weiter geht sie in Oesterreich, und unter denOesterrcichern selbst sind wieder Völker slavischer Abkunft aufgeweckterals Deutsche. Die meisten Tonkünstlcr sind Böhmen, und in Praggibt es einige dreißig Tanzböden, trotz den Platten Nasen. Im Südenherrscht weniger Selbstgenügsamkeit, weniger Schreibscligkeit, wenigerMundwerk und Bramarbasade als im Norden; die platten Norddeutschensind derber, zurückgezogener, finsterer, aber auch energischer, genügsamer,fleißiger, weniger gemüthlich, aber offenbar verständiger. Hier sind nochdie athletischen Gestalten des Tacitus mit den großen blauen Augen unddem Goldhaare. Der Süddeutsche ist offenbar weicher, seine Spracheaber umgekehrt härter; daher dieser sich Teutscher, der Norddeutscheaber Deutscher schreiben sollte, wenn gleich sein Sinn härter istals seine Sprache, wie seine herbe und fette Nahrung, der zur Ver-dauung mit Branntwein nachgeholfen werden muß.

Unter den nördlichen Deutschen scheint mir durch Genügsamkeit,Arbeitsamkeit und Kultur der Sachse den Vorzug zu haben, wie imSüden der Schwabe, und allenfalls der protestantische Franke, dessenLand der Nabel Deutschlands ist. Es ist doch sonderbar, daß dieElbe auf einem so geringen Zwischcnraum so vielen Unterschied macht.Der Brandenburger und der Preuße ist lebhaft, geschwätzig, zuvor-kommend, absprechend; der Sachse bedächtig, wortarm, zurückhaltend;jener ist für das Neue eingenommen, gefällt sich an öffentlichen Orten,glänzt gern und ist der Mann nach der Welt; dieser haßt eher dasNeue, genießt lieber in der Stille, und lebt lieber dem Hause und