die Osmanli mit ganzer Macht verfolgt, so erstreckte sich jetzt höchstwahrscheinlich die österreichische Monarchie längs der Donau hin bisan das schwarze Meer, und die Barbaren hielten sich vielleicht kaumnoch jenseits des Häinus. Diese schöne Schäferstnnde kommt so baldnicht wieder, und doch braucht Oesterreich vor allen Dingen den Aus-fluß der Donau, wenn es die Vortheile genießen soll, welche ihm seinereiche Natur darbietet.
Der Ungar hat Nationalstolz wie ein Britte, aber mit weit mehrGutmüthigkeit und Achtung Anderer, mit Gastfreiheit und weit ge-fälligeren Sitten. Die Reise von Wien nach Ofen (vierzehn Tage,zu Wasser hin, zu Land zurück) ziehe ich der Reise von Paris nachLondon vor. Wer dem Nationalstolzc des Ungarn zu schmeicheln ver-steht, dem gibt er sein Hemde. Dieser Stolz, der ihn an seinerschönen Nationaltracht festhält, macht ihn aber auch fest hangen angewissen Nationalvorurtheilcn, und widerspenstig gegen jede Reform,die Oesterreich zum Wohl der edlen Nation und des gesegneten Landesvornehmen möchte. Alles finden sie contra statuta nostra. Warum?weil der Adel in Ungarn populns heißt und auch poxaluo ist; dereigentliche xopulns aber inisora contribnsns plcbs. *
Der ungarische Adel und der edle Joseph! Der Edelmann, unterdem Schutze seiner Verfassung, setzt sich an die Spitze seiner bewaff-neten Unterthanen und protcstirt, mit dem Säbel in der Faust, gegendie Exekution des Richterspruchs. Selbst manche beherzte ungarischeEdelfrau hat sich schon dieses Recht faktisch begründet. Statt abersolchen Unfug abzustellen und zu beherzigen, hat der Landtag vielmehruntersucht, ob der Stock in der Hand einer Edelfrau dieselbe Rechts-kraft habe, wie der Säbel in der Hand ihres Mannes. Die Mag-naten Nadasti, Frangipani und Zrini, die 1671 enthauptet wurden,waren Rebellen in den Augen der kaiserlich-königlichen Minister, aberauch in den Augen der Nation? — Wallenstein war wenigstens sträf-licher !
Mit Liebe hängt der Ungar an der Geschichte seines Vaterlandesund an den Thaten seiner Vater. Pfaffen und Jesuiten haben derEntwicklung der Kultur unendlich geschadet, und jetzt hindern sieMangel an Städten, Vereinzelung des Adels auf seinen Gütern undMißtrauen gegen den deutschen Herrscher. Aber es kann werden unterdem väterlichen und humanen Scepter von Kaiser Franz und seinemHause. Zrini, der das schwache Sigeth gegen Solimanns ganze Macht> Gegen unsere Statute. — Volt. — Elender, steuerzahlender Pöbel.