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nicht die andere Hälfte der Sklaven geraubt würde, wie ehemals Re-kruten, und wenn nur der habsüchtige Pflanzer dahin gebrachtwerden könnte, statt seine Neger durch Mangel an Pflege, Ueberar-beitung, schlechte Kost und unmenschliche Strafen binnen vier Jahrenaufzureiben, sie menschlich zu behandeln, daß sie leben und sich fort-pflanzen könnten, so möchte der Menschenfreund allenfalls sich beruhi-gen, selbst bei der Fortdauer des scheußlichen Handels, der indessenstets die Menschheit entehrt und nicht einmal merkantilisch etwas taugt.An der Sklavenküste kostet in der Regel ein Sklave zwanzig PfundSterling, in den Kolonien wird er abgesetzt um vierzig bis fünfzigPfund; aber dabei ist weit mehr Risiko, als wenn man mit andernProdukten Afrika's handelte, welchen Handel aber gerade der schänd-liche Menschenhandel verhindert. Man lese endlich, was Stedmannund Andere über die Behandlung der Neger niedergeschrieben haben,und man wird erröthend gestehen müssen, daß die Europäer größereBarbaren sind, als die rohen Neger.*
Seit dreihundert Jahren ungefähr handeln Europäer von Afri-kanern Gold, Elfenbein, Gummi und Menschen für Salz, Brannt-wein, Schießgewehre und Glas ein, und dieser Handel kostete gewißfünf Millionen Neger, welche die Europäer nicht für ihre Brüderansehen, weil sie eine schwarze Sammthaut, Platte Nasen, aufgeworfeneWurstlippen, tiefliegende Augen, hervorstehende Unterkinnlade, kurzeWollenhaare, schmale Hüften und dickes Fell, aber desto breitereSchultern und stärkeren Nervenbau haben als sie. Ist es ein Wunder,wenn die Neger den Teufel weiß malen? Wir sind wenigstens ge-nöthigt, der Neger schöne Augen und Zähne zu bewundern, und ihrsammtenes Fell, das kühlt, wie man in den Harems der wollüstigenMorgenländer in der heißen Jahreszeit sehr gut weiß. Ein nicht un-bedeutender Vortheil der schwarzen Farbe ist, daß bleiche und kränk-liche Gesichter, Runzeln und andere Merkmale des Alters nicht so indie Augen fallen, wie bei unsern weißgelben Damen; selbst die Scham-röthe ist erspart.
Der Neger erträgt Hife und Kälte, Hunger und Durst, Schmerzund Krankheit, wie ein Held. Die Alten hätten ihm gewiß Seelen-adel nicht abgesprochen, die selbst welchen hatten, und zwar jedenfallsmehr, als diejenigen zu haben scheinen, welche die Neger schon darumfür Halbmenschen halten wollten, weil die Hunde der Europäer auf
* Ich erlebe es nicht mehr, daß alle Neger, wie der, den ein Franzose zu Anfangder Revolution frei ließ, unterzeichnen: OL-äsvant oö§re (ehemals Neger).