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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Negerstaaten sind, die ehemals den Portugiesen Sklaven, Elfenbeinund Farbhölzer als Tribut lieferten, wogegen diese sie auf ihre Ma-nier zu Christen machten, die Reiche Loango, Angola, Benguela, Congo.Missethäter leiden hier eine Nationalstrafe; so wie in Ostindien Ele-phanten hinrichten, so hier Termiten (große Ameisen); der gebundeneUnglückliche, der ihnen preisgegeben wird, ist in einem halben Tageskelettisirt. Die Shagganeger sind als die wildesten und grausamstenverschrieen, wie im Osten die Gallasvölker. Die Ostküsten Sangubar,Mozambique und Monomotapa sind weit unbekannter als die West-küste; denn hier ließen sich Portugiesen nieder, die von jeher geheimthaten. Sie, Neger und Araber treiben hier ihr Unwesen in Ver-borgenheit, und noch verborgener ist uns das innere, oder eigentlicheAethiopien, die Mondsgebirge und der große Landsee Marawi, dessennördliches Ende Niemand kennt. Die Britten, die nun Herren desKaps sind, werden auch hier Licht aufstecken. Hier treiben sich vor-züglich die vielen Stämme der Gallas- und Shagganeger herum,kriegerisch, grausam, räuberisch und selbst Menschenfresser, wenigstensbei ihren Opfern, wo sie ihre Kriegsgefangenen schlachten; sie ließenes den Küsten nie an Sklaven fehlen, und haben eine höchst merkwürdigeVerbindung unter sich, ein gewisses Schutz- und Trutzbündniß, Qui-xiles genannt, gegen die Ausbreitung des Christenthums. Die Por-tugiesen müssen es arg gemacht haben.

Weiter nach der Südspitze Afrika's wohnen die Kaffern undHottentotten, Namaguas und Houzouanas, theils Hirten, theils Land-bauern. Sie sind schon Halbweiße, so viel Negerartiges auch noch dasGesicht verrathen mag, selbst das Gesichtchen von Le Baillauts Marina,was jedoch nicht die Hauptsache macht. Sie stammen vielleicht vonChina her, wie mehrere Völker in dem ostindischen Archipel, aufSumatra, Ceylon und Malacca. Der Hottentotte ist Hirte und seineOchsen sind seine Pferde, auf denen er so leicht einhergaloppirt, alsunsere Bauern, wenn sie sich mit ihren Zugpferden, vom Markte undWirthshause kommend, in Galopp setzen; er kleidet sich in Leder, salbtsich reichlich mit Fett, raucht lieber Hanfblätter als Tabaksblätter, ißtzu seinem frischen Fleische gedörrtes Schöpsenfleisch statt des Brodes,oder gebratene Zwiebeln; das Ochsenfleisch schneiden sie in Riemen,wickeln es um die Finger, stecken es sodann in heiße Holzasche stattdes Salzes, und fangen dann an zu schlingen; ihre Serviette ist derHintere. Diese Lebensweise liefert aber Menschen, die wie bronzeneStatuen des Herkules aussehen, und so auch der Kaffcr, der schon