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IV.
Die Philosophen.
Die Philosophen oder Veruunftkünstler machen den Nebergangvon den bisher erwähnten Ständen, die meist Kostgänger des Staatessind, folglich dessen Livrse tragen, und nur die letztere oder vierteFakultät, deren Angehörige, wenn sie nicht gerade Professoren sind,selbst sehen müssen, wo sie ihr Futter hernehmen, wie das Wild, dasie weder Seele, noch Leib, noch Beutel ox prokssoo ? zu fegen, und !
"selten savoir kairs b haben. Sie sind die berühmten Männer, von s
denen geschrieben steht: „Nichts ist so lächerlich, was nicht irgendwo s
schon ein Philosoph behauptet hätte;" sie wissen auf jedes Warum? i
ein Darum! und die Narrheiten an den Alten sind so viel werth, /
als die der Neuern, denn die große Masse vermeinter Weisheit trübt <die gesunde Vernunft, und macht sie leicht zu Gemüsehändlerinnen 'oder Kräutlerinnen, die sich für Botaniker halten; kein Wunder, wenn §dann Welt- und Geschäftsmänner wieder zu weit gehen, und sie als jüors ä'osnvrs ^ im Staate ansehen. * Hudibras wußte doch, was Was §ist, und mehr wußte noch kein Metaphysiken, und doch haben uns die s
Systeme uud Hypothesen dieser Männer, so viel sie auch zu lachen 1
gaben, der Wahrheit näher gebracht; sie machen die Philosophie selbst ;nicht lächerlich, nur das änrars in vsrba umAistri,° wo keine alte ^
und neuere Sekte ihre Narrheit so weit getrieben, als die Kantlinge; j
der Mensch hörte da auf, wo der Philosoph anfing. Wir irren alle» isammt, aber Jeder irrt anders. Nur sollten wir stets an Pythagorasdenken, der schon unendlich weiter war als die Kantlinge; „die Phi-losophie," sagt er, „ist eine Leiter; man muß nicht auf der unterstenSprosse bleiben, aber auch nicht auf der höchsten und letzten sein wol-len." Also in der Mitte, in meäio vsritas; ° aber wie Viele machten
* Was die alten Philosophen so sehr von den neuern unterscheidet, und weßwegenman sie hoch schätzen muß, ist ihre praktische Moral; sie waren höher geachtet, als dieneuern, ohne eine Zeile geschrieben zu bähen.
t Was weiß ich? — 2 Von Amtswegen. — 2 Lcbensgewandtheit. — * Nebensache,
— s Auf die Worte des Lehrers schwören. — b In der Mitte liegt die Wahrheit.