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denken jener philologischen Zeit ehrt noch heute die Sitte, etwas aufLateinisch sagen zu dürfen, was in deutscher Sprache nicht wohl an-geht, wie Lindenbergs Ludimagister gar wohl wußte, der nie Hans...sagte, sondern stets ckoannss Innäg.msntnin, oder im höchsten Zornckoannes I'aäcx.
Welch ein Glück ist die Erfindung der Presse auch von dieserSeite! Ohne sie hätten wir auch varias lootloues der neuen Litera-tur, und wären in der Griechen- und Römersprache die Vocales wiein der hebräischen, Gott, wie viel öfter wären sich noch die Philologenin die Perrücken gerathen, als jene Theologen, wovon der eine dasPunktum einer Fliege in der hebräischen Bibel für einen Vokal an-sah, den der andere in der seinigcn nicht hatte und nicht haben konnte!Vossius wußte alle Könige Aegyptens, Griechenlands und Roms anden Fingern herzuzählen, aber nicht die deutschen Kaiser, oder wieviele Kurfürsten lebten. Duval am Hofe Kaiser Franz I- kannte nichteinmal die schönen Schwestern Kaiser Josephs, und dieser entschuldigteihn selbst: „Meine Schwestern sind ja keine Antiken." Noch heutefällt es Philologen schwer, zwischen den Extremen holländischen Noten-luxusses und Minellii's kahler Dürftigkeit sich in der Mitte zu halten,und welche Pedanterei ist es, lateinische und griechische Verse zudrechseln, und nach der Kürze und Länge einer Silbe auf und abzu-keuchen auf dem Araäns all karnassmn? ^ "Vita brevis ! 2 MeinenAraäum sä ?arnassnm deckt Staub, und es wäre wohl an der Zeit,den Philologencirkel zu schließen.
Professor Phormio zu Ephesus redete vor Hannibal zwei volleStunden vom Krieg und von den Pflichten des Feldherrn. Alle sahennach Hannibal, ob er den Mann recht bewundere; er ging hinaus:„Noch habe ich keinen größeren Narren reden hören." Ein solcherPhormio mag Nupertus gewesen sein, der unter der Stelle bei Flo-rus, wo von der Gefahr, in dem wasserarmen Lande der Parther zumarschiren die Rede ist, mit Professorsweisheit den Schulrektor Freins-hemius citirt: In stti totins oxsioituo gniä kavtsnänin sit bono cknoi,äoost I'rsinsüsmius ! b Noch heute freut mich, daß ich als ein Stu-dent, der für fleißig galt, doch die Vorlesungen eines solchen Phormioüber römische Alterthümer, voll Kleinigkeitsgeist bei dem erbärmlichstenVortrag, nicht länger als acht Tage besuchte, mein Honorar zahlte
* Stufe zum Parnaß. (So heißen Bücher, worin die Quantität der lateinischenWorte u. s. w. zum Behuf des Versemachens angegeben ist.) — s Das Leben ist kurz. —s Was ein guter Feldherr thun muß, wenn das ganze Heer Durst leidet, lehrt Freins-hemms (Freinsheim).