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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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und Luther achtete einen Mann, der sieben Jahre seiner Schule red-lich vorgestanden, gleich einem Märtyrer. Sie sind die wahren Sisy-phi, die ihren Stein geduldig fortwälzen, so lange die Kräfte dauern,und wäre ich Fürst, Lehrer, die fünfundzwanzig Jahre gearbeitethaben, bekämen mir nach dem fünfzigsten die beste Pfarre, turps ssnoxmilss. « Die Mehrzahl verfällt früh oder spät in Pedanterei; meinVater hatte gewiß viel Gutes, aber sicher war es schon Altersschwäche,daß er auf eine öffentliche Disputation verfiel, die mir selbst aufunsern Alterthums.Universitäten pedantisch scheinen will; der Gegen-stand war ein jus natnrno Oicsronisnum, 2 das Auditorium höchstglänzend; eine Rechtsfrage wußte selbst Dr. Präses nicht zu lösen,und der Conrector Opponent wandte sich an den Geheimcnrath, ziem-lich taktlos; gewohnt aber, mit ihm ein l'Hombre zu spielen, lächelndund mit einer Geistesgegenwart, die Andern seinesgleichen nicht bei-wohnte, sagte jener: non nostrnm ost tantas oomponsrs Utes, ^ wasmich noch heute freut.

Ein wahrer Gegensatz jener Schulmänner scheinen mir die per-sonificirten Grammatiker oder Lehrer der neuern Sprachen zu sein,so sehr es mich freut, diesem Mangel abgeholfen zu sehen; sie sind oftsehr anspruchsvoll bei aller Leerheit, vorzüglich solche, die die Sprachenicht einmal verständen, wenn sie solche nicht bereits von der Mamagelernt hätten. Die Kultur der neueren gebildeten Sprachen ist invollem Gange; brittischer Same muß desto besser gedeihen in verwandterErde, wenn auch die alten griechischen und römischen Philologen Bocks-gesichter darüber schneiden sollten; ja in unserer Zeit hatten selbst dieLandbewohner Gelegenheit, sich mit den lebenden Sprachen bekanntzu machen, wenigstens mit den gangbarsten Worten: Geld, Brod,Fleisch, Wein, Bier, Branntwein, Vorspann, Frau, Mädchen. Man-cher stolze Sprachhengst hätte von gemeinen Soldaten Geduld lernenkönnen, mit der sie den Leuten sich verständlich zu machen suchten, vor-züglich ein Oesterreichs, der von einem Franzosen Salz verlangte;gewiß ein dutzendmal forderte er langsam Salz, immer stärker, undendlich buchstabirte er S-a-l-z I Salz!

Schade, daß unsere Polyglotterei * gar Manchen nicht zu Sach-kenntnissen kommen läßt, selbst unsere Fräuleins, wo schon eine Per-son mehr als genug wäre. Die« Griechen lernten nur ihre Sprache,und die Römer bloß Griechisch; Erasmus sprach bloß Latein, die

i Kläglich ist ein ergrauter Soldat. — 2 Ciceronianisches Naturrecht. — s Nie istes unsere Sache, so große Fragen zu lösen. — 4 Das Lernen vieler Sprachen.