Band 
[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
Seite
107
JPEG-Download
 

107

vm.

Die Dichter.

Dichter, mehr der Kunst, als der Wissenschaft ungehörig, sind diewahren Ausspender der Unsterblichkeit, reden die Sprache der Götter,wenn auch manchmal die der Bettler, reden a eüeval, ? und ihre inden Fesseln des Reims rasselnden Worte machen Explosion, wie Pul-ver und Kugeln. Sie sind Macher, wofür sich selbst Versler

und Reimer halten: die feinen Griechen aber unterscheiden zwischenTroietv, machen, und -rpärreiv, thun, handeln. Poesie verhält sich zurProsa, wie Singen zum Reden; Natur ist Positiv, Philosophie Com-parativ, Poesie Superlativ, durchaus verschieden von der Wuth derVersler. La Motte nannte Versification eine sinnreiche Narrheit, warfrech genug, Homer zu übersetzen, ohne Griechisch zu verstehen, be-hauptete , man könne sich in Versen nicht so gut ausdrücken, als inProsa, und verselte doch sein ganzes Leben lang: aber Achtung vordem berufenen Sohne Apollo's!

Schon der Vater Ovids warnte den Sohn vor dem gewöhnlichenSchicksal der Poeten; aber wie schön ist ihr Land der Ideale beischlechtester Kost, die ganze Schöpfung gehorcht ja ihrem Gebote, bisSchuster, Schneider, Speisewirthe die Araäns ack karnassum ^ hin-

l Sei Staatsmann, Priester, was du willst, nur werde mir kein Dichter,

Als Arzt und auch als Advokat salbad're nach Belieben,

Denn hinter Schaust und Mienenspiel läßt Dummheit sich verschieben.

Verbind' damit gervicht'gen Ernst, das bricht dir leichter Bahn,

Doch hier sieht man trotz aller Kunst dir stets den Esel an!

* Hoch zu Roß.

3 Es lebten Helden, eh' Agamemnon war:

Doch alle liegen, weil sie der heiligenGesang' entbehrten, unbektaget,

Rühmlos in ew'ger Nacht verloren.

4 Stufen zum Parnaß.