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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Der Dichter, hörte GauchUnd spitzte seine Ohren,

Der Dichter wird geboren. —

Das, sprach er, ward ich auch lSo sprach: „Wir sind KoUcgcn,"Jüngst ein Nappier zum Degen!

Und Wer wollte Damen die Wahrheit sagen, da sie noch weitreizbarer sind als Männer? Eine Landdame legte dem Hauslehrer,der viel galt, ein Gedicht auf den Frühling vor:

Sieh! der Himmel ist so blau, Rosen blüh'n und Schlüsselblumen,

Und so bunt die Blumenau, Bögel singen, Bienen summen rc.

„Aber, gnädige Frau, Sie könnten leicht wissen, daß Rosen und Schlüs-selblumen fast ein halbes Jahr von einander sind I" — es war ausmit ihm. Hätte er nicht wissen sollen, daß Venedig dem Sannazarfür vier bekannte Verse sechshundert Dukaten zahlte, und Richelieuzweihundert Kronen für die zwei nachstehenden:

Ravirs, ne eraius risv, ton xilvte est uv Dien,ton avero tut eu si — rleke lieu! *

Doch Friedrich, der selbst Verse machte, scheint es auch nicht ge-wußt zu haben, welcher der Karschin, die stets vor mir steht, wenn ichDamengedichte zu Gesicht bekomme, und die ihn um ein Häuschen ge-beten hatte, nur zwei Thaler sandte; es war nicht königlich, wenn ihreWerke auch gleich, wie die anderer Damen, den Springwassern Ver-sailles gleichen, ils ne ooulent PS« äs soures! 2 Dies scheint mirauch der Fall mit Elise Sommer zu sein; aber sie verdient in unsererZeit hohe Auszeichnung, daß sie ihrem Mann zehn Kinder gebar, diesie selbst stillte, sein Hauswesen besorgte, und noch nebenher Schneiderund Abschreiber ersparte.

Es bleibt etwas Eigenes um eine poetische Ader, und Hippel er-kannte einen bloßen Prosaisten daran, daß dieser aus einem Arznei-glase sechzig Tropfen sich zutröpfeln ließ, der Poet aber laufen ließ,ohne zu zählen. Jeder nicht Schlechte ist in der Regel Dichter imOrient seines Lebens; im Oriente gelten auch Dichter noch am mei-sten, bei uns aber werden wohl nur wenige mit Gold auf Seide ge-schrieben, wenn auch mit Druckerschwärze, und wo ist ein Moallakatin einer Kaaba aufgehängt worden? Nicht einmal der Messias, ge-schweige Kirchendiener, wo so viele Stellen dem

Spann aus, spann aus, o frommer Gott,

Spann mich aus deinem Karren!

t Schiff, fürchte nichts, dein Steuermann ist ein Gott,

Nie lag dein Anker an so reichem Ort (Rioke-iisu).

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