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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Blume, welche die Franzosen immortstle ^ nennen, und die meistenWerke der Dichter, die da wie der Salamander im Feuer leben, passenzu Fidibus, Gelegenheitsgedichte ohnehin, Gelegenheit macht Diebe;indessen, wenn sie gelegenheitlich der Gesellschaft Freude machen, habensie auch Verdienst, nur muß man sie nicht sammeln und drucken lassen,was Kästncr so empörte, daß er nachstehendes grobes Epigramm vonsich gab:

Dieser Dichter ist unter den Dichtern,

Was der A .... unter den Gesichtern!

Es unterliegt keinem Streit, daß Jünglinge, die an der PoesieVergnügen finden und selbst Gedichte versuchen, unter die zuvouesdvnas spei 2 gezählt werden dürfen; es steht mit der Poesie wie mitder Ahnung der Gottheit, und verräth etwas Höheres im Menschen,was Stockprosaisten (wozu mir zunächst die Juristen zu gehörenscheinen) nie begreifen; selbst beim deutschen Schuster Hans Sachs,und beim brittischen Schuster Bloomfield war es so; selbst schlechteReimereien stimmen das Volk heiter und froh, wären sie auch si In„sechsmal sechs ist sechsunddreißig," und ist das allein nicht schon etwaswerth? Aber recht gut ist, daß die Dichter, die so oft mit Singvogelnverglichen werden, mit diesen im umgekehrten Verhältnisse stehen; jenesingen am besten, wenn sie ein Weibchen haben, diese hören dann aufzu singen. Alles zu seiner Zeit, aber Freund der Poesie mag manimmer bleiben, und jener Liebhaber des Schönen hatte ganz Recht,dem Herrn Hofrath, der ihm sagte: „die Dichter sind Narren," zuerwidern: „aber nicht alle Narren sind Dichter!"

Der Parnaß liegt in Griechenland unter rohen Muselmännern;wir haben nur einen erbärmlichen Llrackum all karnaosum; aber dergeborene Dichter braucht solche Krücken so wenig als den vielen ästhe-tischen Schnickschnack unserer Zeiten. Wahre Poesie ist ein süßesOpium für das Fieber des Lebens, und die Gabe des Gesangs hatauch schon Manchen äußerlich glücklich gemacht und ihm das Wohl-wollen fühlender Seelen erworben; Poesie macht die Tugend noch lie-benswürdiger, erfüllt unsere Gefühle und begeistert zu edlen Hand-lungen. Malesherbes, selbst Dichter, muß wohl recht übler Launegewesen sein, als er sagte: „Dichter sind dem Staate nicht nützlicher,als gute Kegelschieber," und die Werner handelten einst sogar darnach,als sie Halter die Stelle des Spitalarztes abschlugen, weil er Dichter

l Die Unsterbliche (die Rainblumc). — 2 Hoffnungsvolle Jünglinge.