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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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sei. Der letzte Markgraf von Ansbach lernte erst Utz kennen, da sichPapst Ganganelli nach ihm erkundigte. So sind gar viele vertrock-nete Aktcnschmicrer, zumalen wenn sie aus bloßen Schreibstuben em-porgekrabbelt sind; sie sehen Alles nnr durch das Medium ihreswerthen Selbst ohne Sinn für das Höhere im Menschen; keine Thräne,kein Herzschlag oder Wunsch für Bilder der Phantasie, oft nicht ein-mal ein Lachen für Witz und Laune. Rom verzieh Sulla, weil erdoch noch weinen konnte; jene Leutchen können weder weinen nochlachen, nur grinsen; Dichter wie Künstler sind ihnen Spitznamen,wie dem Pöbel, und man dürfte sie gar wohl, da man Ungelehrtc Jl-literati nennt und die Lyra Symbol der Poesie ist, Jllyriernennen.

Die Musen sind zwar nicht selten leichtsinnige Mädchen, die schonViele unglücklich gemacht haben; aber ihr wahrer Liebling ist undbleibt, um mit Asmus zu sprechen, ein reiner Heller Kieselstein, anden der schöne Himmel und die schöne Erde und die heilige Religionanschlagen, daß Funken herausfliegen, und an diesen Funken wärmensich viele Gemüther. Tausende wärmen sich an Homer und Birgstund Horaz, an Shakspeare und Schiller, selbst ein Napoleon an Ossian,den er nur aus einer elenden französischen Uebersetzung kannte. Dererste Baco hat den Werth der Dichtkunst herrlich angegeben: die Naturschenkte sie dem Menschen, damit er einen Schatten von Wohlsein auchda habe, wo die Natur der Dinge keines erlauben will; die Erde istzu klein für unsern Geist; daher freuet ihn die Darstellung einer er-habenen Größe, einer reinen Güte, einer größern Mannigfaltigkeit,als die Wirklichkeit gewähren kann. Mit Recht hielten daher dieAlten die Dichtkunst für etwas Göttliches, weil sie die Seele hebt,und die Welt unsern Wünschen unterwirft, während der kalte Ver-stand die Seele demüthigt und der Natur unterjocht. Lysander wollteAthen dem Boden gleich machen, aber ein Gesang des Euripides rührteihn zu Thränen, und Athen war gerettet, wie die Athener auf Sici-licn, weil sie Euripides kannten. Orpheus Leier hat mehr gethan,als Herkules Keule; sie machte Unmenschen zu Menschen und dahersteht sie auch unter den Sternen. Unter der Menge Plunder, nachdem die Sterblichen rennen, erscheinen dem Weisen nur drei Dingewerth: Wein, Liebe und die Gabe der Dichtkunst, die goldeneLeier Apollo's, die aber nur Genies gegeben wird, und gegen denvereinten Besitz dieser Göttcrgaben beneidet er keinen Kaiser um seinenThron. Beim echten Sohn Apollo's hängt der Kopf wieder mit dem