Band 
[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
Seite
123
JPEG-Download
 

123

gleichen Streit verursachte der Urvater, der ohne Bart gemalt war;Giordano Fa presto arbeitete daher stets im Harnisch, aus Furcht vorseinen Neidern. Erlaubter Künstlerstolz aber sprach aus Casanova,als an Kannitz Tafel die Rede auf Rubens kam, der auch Diploma-tiker war: llubsus Atait ckoue uu ambassacksur, gut s'aiuusait ü laxsinturs? fragte der Fürst, und Casanova versetzte schön und wahr:Votrs llxosllsnoo ss troiups, o'stait nn psiutrs gut s'ainusait ä dtrsambassackour. >

David und Salomo waren große Musiker, die Ncrone und Helio-gabeln nicht minder, aber sie trieben die Musik bis zur Manie. Fried-rich war ein trefflicher Flötenspieler; Quanz der Kapellmeister studirtealle Hölzer und fand das Ebenholz als das beste für Flöten; er spielteeinst eines der Stücke Quanzens, kein Bravo erschallte, und nun be-hauptete er, die Flöte sei unrein. „Wenn Große die Wahrheit ver-tragen könnten," rief der ehrliche Deutsche, „so würden Sie wissen,daß man eine Flöte in der Hand nicht warm werden lassen darf."„Es ist nicht wahr," schmollte der alte Fritze, und acht Tage daraufsagte er seinem Quianz: „Es ist doch wahr." Was Ptolemäus aufdie Gegenrede eines Musikers sagte: ^.liuä sosptrum, aliuä xlsetrum, ^weiß ich nicht.

Guimard, die berühmte Pariser Operndame, hatte ein Haus inGestalt eines Tempels, das Kaiser Josephs Neugierde erregte; sie em-pfing den Kaiser an ihrer Toilette im Pudermantel, sie merkte, daßJoseph stutzte, und sagte: „Ich kenne die Ehre, die mir widerführt,aber man sagte mir, daß ich im Pudermantel am meisten gefalle."Die Clairvn wiegelte einst die ganze Schanspielergesellschaft auf, nichtzu spielen; sie mußte ins Gefängniß, gab aber da Gesellschaften; Allesschmeichelte ihr, nur nicht der Gefängnißwärter. „Der König kannmir Alles nehmen, nur nicht meine Ehre," sagte sie. „Ja wohl," er-widerte dieser, „wo nichts ist, da hat der König sein Recht verloren."Die Dnmesnil spielte einst die Merope vor Voltaire; er tadelte Manches.Dlais ü kauärait avoir Is ckiadls au oorps pour arrivsr au ton, gusvoos voules! — ülr, vraimeut out! o'est Is ckiablo au oorps gu'iltaut avoir xour sxosller «laus les arts. ^ Die Mehrzahl greift ihreSache verkehrt an, und das geräth höchstens Kupferstechern.

* Rubens war also ein Gesandter, der sich mit Malerei unterhielt? — Eure Excel-lenz irrt sich, Rubens war ein Diäter, den es unterhielt, ein Gesandter zu sein. —2 Erwas anderes ist ein Scepter, etwas anderes ein Plcktrum (hölzernes Werkzeug, dieHeier zu spielen). — ^ Man muß den Teufel im Leide haben, um den Ton, den Siewollen, zu treffen. — Allerdings muß man den Teufel im Leibe haben, um in den Künstenetwas Ausgezeichnetes zu leisten.