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unter ihnen nur selten Kranke, noch weniger melancholische Männerund hysterische Weiber, und keine Selbstmörder. Nie hat man Wildegefunden, die Neigung zu unsern Sitten und Gebräuchen hätten bli-cken lassen, wohl aber Europäer, welche die Lebensart der Wilden mitWohlbehagen ergriffen haben. Fragt den Sohn der Kultur, ob erglücklich sei? und den Sohn der Natur, ob er unglücklich sei? wennbeide nein sagen, so ist der berühmte Streit unter den Gelehrten sogut als geschlichtet.
Lmollit moros, nso sinit osss ksros. * Diese bekannte Floskelenthält das Lob und den Tadel der Wissenschaften und Künste. Er-wägen wir das "Vita brsvis, srs lonZa ? recht kaltblütig, so ertheilenwir vielleicht denen Verdienstorden, welche die Wissenschaften abkürzen,wie denn hellere Zeiten die 8. 8. Umologiam und die ckura wirklichrecht bedeutend abgekürzt haben, daher wir diejenigen, die angeblicherweitern oder ihnen bloß mehrere und andere Titel geben wollen,Pedanten nennen. Schön wäre es auch, wenn nian mehr von abgehen-den (versteht sich, nicht im Sinne der Büchermäkler), als von angehen-den Autoren sprechen hörte; doch auch hier ist es im 19ten Jahrhun-dert besser geworden. Noch vor 50 Jahren zog in Gesellschaft dasWort: „es ist ein Autor" zu dem Unbekannten hin, jetzt weicht manlieber aus. Lehden, dem einst der Staat nach überstandener harterBelagerung die Wahl frei gab zwischen Zollfreiheit oder einer Uni-versität, wählte die Univorsitas, was jetzt schwerlich mehr geschehenWürde.
Vor 300 Jahren wurde Agrippa von Nettesheim mit seinem nochheute interessanten Werkchen: Ds vauitats st inosrtltuckmo svtontia-rum 3 gewaltig verfolgt und angefeindet, Marquis d'Argens mit seinerkktlosoxbis äu bau ssus, * die der Lonssns auch noch heute gernliest, nach hundert Jahren bloß verschrieen, Rousseau aber noch späterbloß ausgelacht. Wenn ich gewiß wäre, bloß ausgelacht zu werden,möchte ich hier wohl manche ganz bestimmte Vorschläge und recht vonganzer Seele wagen, um den Weg der Wissenschaften von der einenSeite abzukürzen, während er sich von der andern erweitert, und Man-ches zu den bereits im Staube schlummernden Scholastikern noch hin-werfen, womit zunächst die Brodwissenschaftler sich placken müssen, undoft mit größtem Ernst placken, bis ihnen in xraxi die Augen auf-
i Sie mildert die Sitten und erlaubt nicht, daß wir roh werden. — r Kurz ist dasLeben, lang die Kunst. — ° Ueber die Eitelkeit und Unzuverlässigkeit der Wissenschaften.— ^ Philosophie des gesunden Menschenverstandes.