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gehen, und sie die verlorene Zeit bedauern. Selbst die Philosophen,Philologen und Historiker würden gewinnen, und durch manche guteKöpfe mittelbar die Welt, wenn die schönsten Jahre nicht oft an taubeNüsse verwendet würden, und, was noch bedauerlicher ist, Kopf undHerz, der Kern im Menschen. Nur Antiquare und Büchertrödlerwürden allenfalls weinen.
Der Tempel der Wissenschaften ist mir so heilig als der Tenipelzu Delphi: aber er gleicht nur zu sehr einem alten Hanse, wo es sel-ten an altem Plunder fehlt, der in die Rumpelkammer oder auf denTrödelmarkt gehörte, wenn man im Alter nicht so oft an dem Altenhinge, wie der Matrose an seinem alten Schiffe. Alte Geschäftsmän-ner, alte Aerzte und alte Landprediger und bloße reine Brodwissen-schaftler ohnehin gehen nur dann mit der Zeit fort, wenn sie derHimmel abruft. Gar Vieles in vielen Bibliotheken gleicht veraltetenModewaaren der Krämer; ihr Laden ist voll, und im Grunde dennochleer, wie viele Köpfe; doch die Zeit ist vorüber, wo Söhne, die stu-diren mußten, auch das Fach des Papas wählen mußten wegen seinerBibliothek, die einmal schon da war. Herrlich und Nachdenkenswerthsind die Schlußworte des einst berühmten Buches äs Is, Islioits xu-bligus: „sppreuous s ssvoir st s iguorsr, ersiguous Is msrvslllsuxst meine Is snblims." ' Unsere aufgeklärte Zeit findet sogar Leute,die Somnambülen sublim finden.
Die Germanen verachteten die Römer und schrieben ihre Weich-lichkeit nicht ihrem Luxus, sondern den Künsten und Wissenschaftenzu, und die Gothen behaupteten, jedoch mit mehr Recht, wer unter derRuthe des Schulmeisters gezittert habe, könne nicht mit kühnem AugeSchwert und Lanze betrachten. Nichts gefiel mir in meinen Jüng-lingsjahren so gnt, als der wilde Redner der sechs Nationen Nord-amerikas, welchen Virgiuien seine Schule zu Williamsburg anbietenließ. „Wir danken euch," sprach der Redner, „daß ihr uns Gutes zuthun vermeinet; aber unsere jungen Leute, als sie in euern Wissen-schaften erzogen zu uns zurückkehrten, waren langsam zum Rennen,konnten weder in den Wäldern leben, noch Hunger und Kälte ertra-gen, weder eine Hütte bauen, noch Wild fangen, noch den Feind be-zwingen; sie hatten unsere Sprache vergessen und taugten zu nichts.Wir danken euch für euern guten Willen, und wollt ihr uns eure
* Ueber die öffentliche Glückseligkeit: „lernen wir Wissen und Nichtwissen; scheuenwir daS Wunderbare, sogar das Erhabene."