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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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welche durchaus keine klaren Ansichten haben vom hohen Werth derWissenschaften und deren Einfluß auf Staatswohl und ganze Genera-tionen, und denen die öffentliche Bibliothek ein Spielwerk scheint, wieenglische Anlagen und Theater.

Wir haben längst Natur und Freiheit verlassen und uns in dieFestung des Staates eingesperrt, und gerade dadurch sind die Wissen-schaften noch die einzige Aussicht, die wir genießen können, die einzigeZerstreuung und der einzige Trost, den die Welt nicht geben kann,und Alles was in ihr ist. Während eines beispiellosen Krieges undallgemeinen politischen Wirrwarres gaben sie noch allein Genuß, Besitzund Ruhe, sowie der Ocean die in ihm lebende Wasserwelt nährt undPflegt, ruhig und unbewegt im Grunde bei dem empörtesten Wellen-geräusch und den heulendsten Stürmen auf seiner Oberfläche. Wissen-schaft ist eine Art Geisterseherei, eine Empfindung höherer Kräfte, einVorschmack des Himmels. Große Schriftsteller sind die recht eigent-lichen Großen; sie gehören nicht ihrer Nation, sondern der Welt, siesind die Bürger des ganzen Menschengeschlechts — ganz andere Kosmo-politen, als die, welche sich so nennen, um in ihrem Vaterlande destobequemer Egoisten zu sein.

Griechenlands Nachruhm und Griechenlands Einfluß auf dieNachwelt beruhen sie auf Solon, Lykurg und Alexander, oder aufHomer, Plato, Aristoteles und dem lieben Lucian? Ich begreife schwer,wie ein Mann von Geist und Gefühl, wenn es ihm nur leidlich hie-nicden geht, mürrisch sein kann über die Wirklichkeit, die so kurzeZeit dauert, wenn er sich an die Geister der Vor- und Mitwelt zuhalten versteht. Diese Heroen haben ihm ein Gastmahl aufgetischt, andem sich selbst Götter ergötzen. Der Geist der Wissenschaften gibtedleren Seelen einen gewissen Schwung, der sie weit über die Alltags-welt erhebt, hat aber leider nicht selten die Wirkung, daß sie in dieserAlltagswelt, in die sie einmal hinabgestoßen sind, zu kurz kommen,und Alltagsmenschen (oft hohen Ranges) sich diese Stimmung gernhaben gefallen lassen und sie benutzten. Die Welt urtheilt nach demSchein.

Vor hundert, ja noch weniger Jahren schätzte man Autoren offen-bar zu hoch, so hoch, daß die berühmte Lyoner Seilerin Louise Lab«,eine geistreiche Lais, den Gelehrten das umsonst bewilligte, was sieAndern nur für schöne baare Summen verstattete. Unter den nachItalien stürmenden Deutschen, die durchaus Galilei, Borelli, Sarpi rc.persönlich kennen lernen wollten, nahm einer eine» Notar mit sich in