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zugleich das Einfachste, das den Menschen zunächst angeht —die Geschichteder Menschheit. Auszeichnung in Wissenschaften erfordert allerdingsmehr Genie, als Auszeichnung in Geschäften; aber es ist ein Narren-genie, das sich erhaben glaubt über Geschäfte, die wieder ihrerseitsFestigkeit, Rührigkeit, Biegsamkeit und Geduld erfordern, die so gernden Gelehrten fehlen, an deren Spitze der gelehrte, berühmte Bacostehen mag. Wer durch Studien bloß seine Kenntnisse vermehrt, ohneim Denken geübter, im Charakter fester, und in der Sittlichkeit ver-edelte^ und besser zu werden, der hat bloß unnütze Zeit und Müheverschwendet, und wäre besser ein Kanzleiverwandter. MI äsest in-vita Minerva, ' gilt von allen Ständen.
Gelehrte, Verkehrte! scheint mir jetzt, wo die wirklich übertriebeneVerehrung verschwunden und diese Angelegenheit mit Recht mehr insGleichgewicht gebracht ist, wie bei gewissen andern Ständen auch, zurEhre unserer helleren Zeiten, doch mehr noch, als man erwarten solltebei gewissen Ständen, die mehr mit der Welt leben, vorznherrschen,welche daher auch der Gelehrte, der gewöhnlich schüchtern ist, flieht.Eine gewisse Menschenklasse ist gleich mit der Phrase fertig: „Es istein gelehrter Narr!" Es ist noch nicht lange, daß ich einen geachte-ten, biedern und gelehrten Mann, der früher viel in und mit der Weltgelebt hatte, neben seinen Bernfsgeschäften aber die Wissenschaften nievergaß, und nun in ihren Armen alle widrigen Verhältnisse, die ihnin die Einsamkeit trieben, vergessen hat, jedoch etwas hypochondrischgeworden zu sein scheint, aufgeheitert habe in meiner Manier. „Den-ken Sie einmal ein bischen nach; im Munde dieser Menschen ist das„Er ist ein gelehrter Narr" kein Tadel; sie können ja den hohen Werthder Wissenschaften nicht schätzen, da sie solche selbst nicht kennen, höch-stens Schreiben, Lesen und Rechnen und ein bischen Französisch; siehaben auf der Welt nichts zu thun, folglich Langweile, bedürfen daherZeitvertreibe: Spiel, Jagd, Reiten, Fahren, Tafeln rc. ist ihr Zeit-vertreib; sie kennen den ihrigen, der höherer Art ist, gar nicht: Stu-diren; sie fürchten sogar den Gelehrten und seinen tiefen Blick, undheißt es nicht: Gleich und Gleich gesellt sich gerne? und hier ist nichtbloß Standesungleichheit, sondern auch Geistesungleichheit; nehmenSie das „Er ist ein gelehrter Narr" als ein unwillkürliches Lob an,und da Narren gerne lachen, so lachen Sie!" — Und mein Hypo-chonder lachte.
Menschen ohne Wissenschaft sind gar wohl erträglich, wenn sie' Nichts bringt Ehre, was man ungeschickt angreift.