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Linnen Platz, und dann kamen gar Seidenzeuge; die Mahagonymo-bilien in °der Burg bestanden aus Hirschgeweihen und Bärenhäuten,und kleine Kunstsachen lieferten die Klöster. So war die liebenswür-dige Einfalt des Mittelalters.
Mit den Städten erwachte der Luxus, mit den Städten bildetensich erst eigentlich Handwerke; im zwölften Jahrhundert entstanden dieZünfte, und die Hansa versah ganz Europa niit deutschen Fabri-katen; bald waren die Städte reicher als der Adel, und da es nunAltmänner, Obermeister und Untermeister, Gesellen und Jungen gab,so gab es auch Jnnungssiegel, Jnnungsgesetze, Versammlungen undVersammlungsschmänse. Es war lächerlich, Unehliche auszuschließen,aber schön auch, einen schlechten Kerl wegzujagen; die Zünfte solltenso rein sein, als wenn sie eine Taube ausgeleseu hätte. Nothwendigwaren diese Zünfte geachtet; woraus bald Uebermuth hervorging; siewollten mitregieren, nun gab es Unruhen, Todtschlag und Execution;die Zünfte hatten meist die Oberhand bis zum Verfall der Hansa,und die Meister klagten nur noch über die Mißbräuche ihrer Gesellen.Nun gab es zünftige und unzünftige, gesperrte und geschworene oderungesperrte, freie Handwerke, geschenkte und ungeschenkte, Feuer- undNichtfeuerarbeiter, feine und grobe, wie die berühmten RußigenNürnbergs.
Jedes Handwerk hat einen goldenen Boden; schon zu KaiserSigismunds Zeiten konnte ein Schuster dem Kaiser dreitausend Markvorstrecken, was heutzutage schwer fallen möchte; die Gesellen trugenDegen, die Meister sammtne Juppen mit Silber, und ihre Frauenso lange Schleppen, daß ihnen die Obrigkeit die allzulangen Dingerväterlich abschnitt und den Armen austheilte. Der goldene Bodenwurde unterstützt durch kleine Handwerkskniffe; Müller ziehen leichtaus zwei Sandsteinen mehr Nutzen als aus Edelsteinen, wenigstensmehr als der Glaser mit seinem Diamantchen. Bäcker, Fleischer, Krä-mer rc. gewöhnten sich an den Polizeimann, wie Spatzen an denPoppelmann, und Wirthe? — doch die könnten sich wohl gar für be-schimpft halten, unter die Handwerker gerechnet zu werden; aber dieswäre noch lange nicht so arg, als der deutsche Sprachfehler, der ausIraltsur gar 1?rattis (Verräther) machte, deutsch feiner etwa: Tretter.
Die Herren Wirthe sind so schwer zu controliren als die lateini-schen Köche, und wenn sich aus ihren Dickbäuchen und weingrünenvollen Gesichtern, die sie sich angeehrlicht haben, etwas schließen läßt,so treiben sie das einträglichste Handwerk. Das Wasser läuft in ihre