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liche und gelehrte Arbeit, Garten und Feder neben dem Pfeifchen;noch glücklicher aber ist der, der auf eigenem Gütchen, nach gespielterLebensrolle seine Erfahrungen niederschreibt, wie Xenophon und Thu-chdides; er bedarf weder der Gnade der Großen noch der Gunst desVolks, bloß den Segen Gottes, und er ruhet auf seinem Fleiße. Ein-fach fließt das Leben dahin, wie die Natur, und die Lerche ist dasBild des Landmannes. Im Schooß der mütterlichen Erde geborenund erwachsen, hält sie sich an die nährende Furche und nistet zwischenden wallenden Halmen; kaum beginnt die Dämmerung, so ist sie schonauf den Flügeln und begrüßt den jungen Tag, und sinkt die Abend-sonne herab, so erhebt sie sich noch einmal zum Himmel. So lebt sieein zweifaches Leben; tvährend der Städter am Kreuze seines Einerleihängt, arbeiten Landbauer und Natur wie Meister und Geselle inglücklicher Verborgenheit. Ländliche Stille gibt uns selbst Ruhe, Ruheerzeugt Güte, und Güte Zufriedenheit: eine höhere bessere Welt gehtin uns auf!
Auf dem Lande ist man sich seines Lebens weit mehr bewußt, alsin den Zerstreuungen der Städte, wo man sich mehr betäubt, als ge-nießt ; ländliche Stille wirkt auf Geist und Herz, wie die reinere Luftund das frischere Wasser auf den Körper, und so ist es selbst in klei-nen Landstädtcheu. Mein Nachbar, ein Schuhmacher, versetzte mit demkommenden Frühling seine Werkstatt nach der Tenne seines Häuschens,und sich nach vollendetem Tagwerk auf sein Waschhäuschen vor derThüre, rauchte seine Pfeife und erzählte uns Knaben Schnaken. Undwelche Freuden gewährten die vier hohen Zeiten? Wenn ich auf demHeu- oder Kornwagen ins Städtchen fuhr, die Obst- und Weinlesebegann, und zwischen hinein auch die Kühe hütete, wenn die Vieh-magd pressantere Geschäfte im Wirthshause abzumachen hatte, undwenn der erste Schnee fiel, das Schwein zum letztenmale seine Can-torsgnrgel anstrengte und das Christkindlein das Ganze krönte?
Schöner ist es allerdings auf dem Lande, wenn man zwischengrünenden Anen und blühenden Bäumen wandelt, die Sonne denMorgen vergoldet und der Mond den Abend, und der Sterncnhimmeleinen Vorschmack der Ewigkeit gibt. Aber auch den gefürchteten Win-ter vermag Phantasie zu kürzen; der November kann wohl noch zumHerbst gerechnet werden, und die kurzen Dezembertage, wo wir immerdenken, „nun geht der Januar los," führen uns oft nur zu geschwindzum Christfest und Neujahr; man spricht von längeren Tagen schonwieder, und ehe wir es uns versehen, überraschen uns die Vorboten