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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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das Galladeutsch mancher Kellner und Bedienten im Süden, noch ko-mischer aber in größeren Gasthöfen Gallafranzösisch. Keiner hat wohlnoch das Original, das aber auch einem Könige diente, herunterge-stochen, den Bedienten Friedrichs, der sich nach einer gnädigst erhal-tenen Ohrfeige geradezu vor des Königs Spiegel die Haare wiederordnete: „Die Leute im Vorzimmer müssen gerade nicht wissen, waszwischen uns beiden vorgefallen ist."

Vor der Revolution zählte man in Paris gewiß sünfzigtanseudBediente, ungefähr ein Zwölftel der Bevölkerung, und ob zu Londonverhältnißmüßig weniger sein werden? Man kann sich höchstens mitdem alten Rom trösten, wo mancher Reiche aus reiner Prachtliebezehn- bis zwanzigtansend Sklaven hatte, und Seneca ausrief: tzaan-tuin psrivaluin iraiuiusrEt, si ssrvi uostri nos inimerars ooepisssnt! *Von dieser Art haben wir nun nichts zu besorgen, aber das unnütze,verdorbene Heer meist junger, rüstiger Leute, entzieht sie nicht derLuxus dem Landbau und den Gewerben? Was sollen die Müßiggän-ger treiben? Das Geringste ist noch, wenn sie kannegießern, spielen,verschwätzen und bösen Leumund machen. So hörte zu Damiens Zeitein Bedienter seinen kränklichen, hypochondrischen Herrn mit sich selbstredend: Hi, voilä un granck lualüsur! vous ssrSL guittö pour unssaignso. °° Diese Worte brachte er Abends in seine Gesellschaft, diesie so verdrehte, erklärte und vermehrte, daß endlich nichts Geringeresals ein Königsmord und Blutbad herauskam, und die Gerichte sämmt-liche Schwätzer einziehen ließen, als verdächtig, von Damiens UnthatMitwisser gewesen zu sein. Noch in unsern Zeiten 1816 geschah etwasAehnliches in Schweden. Der Angeber der vorgeblichen Vergiftungdes Kronprinzen war ein deutscher Kellner, der nur wenig schwedischverstand; er bediente.den Club der angesehensten Männer der Haupt-stadt, hörte viel von dem Kronprinzen sprechen und von Giftermal,hieraus machte er Vergiftung; Giftermal bedeutet aber Heirath, undwenn auch manche eine Vergiftung ist, so war dies doch nicht der Fallbeim Kronprinzen.

Es ist traurig, daß Menschen, die ihr ganzes Leben hindurch inder Livrse gesteckt, bei Tafel aufgewartet, hinten auf der Kutsche ge-standen, Abends im Weinhause gelegen oder gespielt, und die übrigeZeit verzahnt und verschlafen haben, zu nichts mehr recht nütze, und

1 Welche Gefahr würde uns drohen, wenn unsere Sklaven uns zu zählen anfingen!— 2 Oh, ein großes Unglück; ihr werdet mit einem Aderlaß davon kommen.