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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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verlassene, bedauernswürdige Alte oder Bettler sind. Das Höschenhat mich auf der Stelle für sich eingenommen, wo ich mehrere Gran-köpfe sah, die schon den Großvater bedient hatten; da kann man vüuedel sprechen. Ja, es ist sogar klug und weise; der Mann, der daweiß, daß er zeitlebens Brod hat, falls er keine Verbrechen begeht,dient gewiß treuer und uneigennütziger, als der, der nicht weiß, ober morgen fortgejagt wird oder nicht, oder ob er in der Ordnungseinen Monatssold erhält, und wenn die Noth zwingt, solchen zu for-dern, nicht in Ungnade fällt. Das ist höchst unedel; lieber wenigerLeute. Aber in den Negerstaaten geht es doch noch barbarischer zu;die Hofdienerschaft wird auf dem Grabe des Königs geschlachtet! DieSitte ist barbarisch, ob sie aber in Europa nicht das Gute hätte, daßdie Herren Bedienten sich lieber dem Pfluge oder Handwerk widmeten?Den Tod vollkommen treuer, der Familie ganz ergebener und mit ihrgleichsam zusammengeflossener Diener sollte man, da sie seltener wer-den , in öffentlichen Blättern weit eher rühmen, als den Hintritt sovieler hohen, unbedeutenden Personnagen, oder ihre Reisen. DasHeer der Diener ist immer noch ungeheuer, aber wer wollte das Heerderer zählen — die Vergleichung mit dem Sternenheer wäre zu edel— die Andere bedienen?

Herr und Bedienter ist so ein Verhältniß; natürlich ist es nicht,sondern Folge der Gesellschaft und Kultur, daher müssen nothwendighäufig die Fällx vorkommen, wo der Herr wünscht, keinen Bedientennöthig zu haben, und die Bedienten, die sich Herrn geben müssen,wenn sie nicht betteln wollen, sind noch übler daran. Es war gewißein gutmüthiger Deutscher, der mir, selbst aufgebracht über die Nach-lässigkeiten seines Bedienten, der es so gut hatte, sagte: „Ach, ichwäre ein noch weit schlechterer Bedienter!" In meinem Vaterlandsgilt Vieles, was ich von Bedienten sagte, lange nicht in dem Grade,wie in England und Frankreich; wir haben kein Paris und London,und kennen die sogenannten Petitcommissionäre gar nicht, die ich fürdie allerschlimmsten halte. Ich glaube nicht, daß zu Wien je einKutscher so geehrt worden ist, als der, welcher Napoleon vor der Höl-lenmaschine so glücklich vorttberbrachte, weil er im Rausche schnellerfuhr als gewöhnlich. Fünfhundert Kutscher gaben ihm zu Ehren einMahl, das Gedeck zu 24 Franken. Immer aber, meine ich, könntedas Bedientenheer minder zahlreich sein, wie selbst das Heer derSchreiber und niederen Staatsdiener. Viele sind in dem Falle desDentisten L'Ecluse, nur daß sie nicht so aufrichtig sind; er erzählte,