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daß er zu Lüneville als Dentist angenommen worden sei, gerade andem Tage, wo König Stanislaus seinen letzten Zahn verlor.

Zwischen französischer und deutscher Bedienung ist ein Unterschied,zu dessen Aufhebung wir von den Franzosen etwas annehmen sollten:die Schnelligkeit, die ich oft bewunderte, die Thätigkeit, Geistesgegen-wart und das Gedächtniß. Es gehört wahrlich ein so starker Kopfdazu, dreißig bis vierzig Personen von allerlei Geschmack und Launenzu befriedigen, als ein General braucht am Tage der Schlacht. Indiesem Punkte nähert sich allein Frankfurt, oder doch am meisten unterallen deutschen Städten. Am harmlosesten scheinen mir unter derganzen Dienerschaft weibliche Dienstboten, vornehme Kammerkätzchenetwa ausgenommen, oder alte Katzen, die einem abgelebten Hagestolzschon lange gedient haben. Am besten fährt man in kleinen Haushal-tungen des Mittelstandes, die so klug sind, der höheren Welt nichtnachzuäffen, um im Alter nicht darben zu müssen. Ein Mädchen vomLande, und die war gewiß ganz unschuldig, die in die Kirche trat,als man gerade sang: „Mit unserer Macht' ist nichts gethan," undschluchzend nach Hause kam: „aber Frau Pfarrerin, warum mußte esdenn die ganze Gemeinde wissen, daß mit mir nichts gethan ist?"

Wer größere Städte kennt, ist mit seinen Dienstboten an kleinenOrten gewiß leicht zufrieden; es geht noch ziemlich ehrlich zu, nochehrlicher aber wohl, als noch die Mägde vor der Beichte Herrn undFrau und Kindern die Hand reichten: „Verzeihen Sie, wenn ich Ihnenetwas zu leide gethan habe." Nur von großen, verdorbenen Städtengilt das Wort: „Viel Bediente, viel Feinde," an kleinen Orten istder Bediente oft der wahre Hausfreund; noch besser aber ist vielleichtder einfache Mann daran, der keinen braucht, und so weit habe ich esin der Welt gebracht, wie mancher Andere, dessen Stiefelknecht undallenfalls ein Pudel seine ganze Bedienung ausmacht. Die beste häus-liche Ruhe herrscht da, wo es zugeht wie bei Philemon und Baucis:

t Magd und Macht lauten in der fränkischen Aussprache ziemlich gleich. — 2 Zweinur machen das Haus zugleich als Herren und Diener.