wahrscheinlich der letzte. Heine sieht im Burlesken bloß den Ueber»gang aus der Barbarei znr Verfeinerung, und da hat er denn dochUnrecht. Wem sollten Swifts Betrachtungen über einen Besenstiel,eine Satire auf Asceten, die unseres Gottholds zufälligen Andachtengleichen, die Andacht einer Magd beim Auskehricht, das Gebet fürden Schieferdecker, der vom Dache fallen will, nicht gefallen? Phi-lipps splvnckiä Sbilling in Miltons erhabenen Worten und Bildernist gewiß gelungen, wie Browns sechs Gedichte auf die Tabakspfeifein der Schreibart großer englischer Dichter, und einzelne Stücke vonButter. Sterne, Smollet, Gay rc. Prior hat den eitlen Franzen Boi-lean und seinen noch citiern Ludwig doch gewiß bedient in der Bela-gerung Namurs, wie den dummen Katholicismus Drydens (in Hinsund knntüor), in seiner vountr^ und 6it^ Llonso. Man kann auchPope's Dunciade hieher rechnen, wo dem Dichter die Parodie Virgilsunendlich besser gelungen ist, als eine Übersetzung Vater Homers.Ueber Shakspeare's berühmtes lo bs or not to bs gibt es sicherhundert Parodien, von Chesterfields ll?o -writs or not to rvrito biszur neuesten Parodie auf Napoleon 1o §o or not to go! '
Wir Deutsche, wir können Allen ein Alle übertreffendes Mustervorhalten, Blumauer, der nebst Alxinger die Mastalier und Denis inden Hintergrund führte, und wenn auch ihr Witz, berechnet für denWiener Horizont, oft Derbheit mit Kraft und niedrige Ausdrücke mitGeniezügen verwechselt, so steht doch Blumauers travestirte Aeneis alsMeisterwerk da, weit erhaben über Scarron und Butter. Blumauer,aus Baiern, war Jesuit; bald aber lebte er als Privatgelehrter, Vor-steher einer Buchhandlung und Censor zu Wien, und starb 1785, nurvierzig Jahre alt. Neben gehaltreichem Witz, echter Laune, drolligenEinfällen und Vergleichungen wohnen auch gedankenreicher Spott,herrliche Nutzanwendungen für seine Zeit, und gut angebrachte Ge-schichtskenntniß bei ihm. Nichts übertrifft die Charakteristik der Päpsteim Munde des Anchises; höher noch stelle ich jedoch manche seiner klei-neren Gedichte. Ein gewisser Magister Schaber, der schon Ovid tra-vestirend verhunzte, hat auch Blumauers Meisterwerk durch eine Fort-setzung zu verunstalten gewagt, aber würdig Blumauers ist das Werk-chen: Blumauer im Olymp, oder VirZilius contra Llumanor panotolabskaotas Lsnoickis.' lüpsiae. 1792. 8. Vulkan macht den Advo-katen Virgils echt juristisch, und Momus den Blumauers; er liest
1 Sein oder Nichtsein. — Schreiben oder Nichtschreibcn. — Laufen oder Nichtlaufen.— r Virgils Klage gegen Blumauer wegen der gestürzten Aeneidc.