Fortiguerras Ricciardetto ist gleichen Schlages, und mehr alsPulci und Berni, trotz aller abenteuerlichen Rittersceneu, z. B. wennein Rinaldo einer Riesenkröte zum Rachen hinein und znm Hinternwieder hinausreitet, Olivieri in den Rachen eines Seeungehcucrs schifft,das er für einen Hafen hält, und in dessen Leibe nicht nur Fischer,sondern Landbauern, Aecker, Wiesen, Dörfer und Klöster findet, undRolando dermaßen mit den Zähnen klappert, daß Alles vor Schreckenniederfällt, wie er selbst vor lauter Kampfermattung, sich wundernd,daß er auf einmal so klein geworden sei — „ist die Erde vielleicht mitmir gesunken?" — Nein, aber die Füße sind ihm abgehauen. Nebensolchen Scenen, die bald sättigen, weiß aber Fortigucrra treffendenSpott über die Pfaffhcit auszugicßen, und daher wollte er auch seinWerk unter dem griechischen Namen Karteromas erst nach seinem Todegedruckt wissen. Fortiguerra von Pistoja war Abt, Kammerherr undCanonicus im Vatican; Clemens XII. hatte ihm oft vom Cardinals-hut gesprochen, aber nie Wort gehalten, und darüber grämte er sich1735 zu Tode, wie mehrere ähnliche Thoren; sterbend erhielt er neueVersicherungen, aber er drehte sich im Bette um mit einem unartiku-lirten Ton, den die Italiener lieben, und mit dem Munde gab er dieTöne von sich: blooovi la rispoota: bon viaggio per lui s per ms! '
Dnmouriez der Vater hat den Ricciardetto in der französischenSprache frei nachgeahmt, ja die ersten sechzehn Gesänge auf sechsreduzirt, was ihm recht schwärmerische Liebhaber dieses Buches undItaliener schwerlich danken werden, wohl aber Andere, die dasselbelieber lesen, als das wilde, allzu lange Chaos des Originals. Heinseglaubte den Ricciardetto verdeutschen zu müssen, wie er da ist, ohnean den Reiz der italienischen Sprache zu denken, so wie Gries denAriosto recht gut verdeutschte; aber es ist eben nicht mehr Ariosto.Nur Prosaiker verlieren nichts bei guter Uebersetzung, aber alle Dichter,und nun gar Dichter, deren Werth zur Hälfte wenigstens auf bloßerSprache beruht!
Folengo's (Limerno Pittocco) Orlandino in acht Gesängen (1526)darf ich um so weniger vergessen, da solcher nicht nach Verdienst ge-kannt und selten zu sein scheint, wenn er auch gleich kein Orlando ist.Er schweinigelt weit mehr als obengenannte, aber in seiner Zeit wardas Sauglöckchen eine der Eigenheiten der ehrwürdigen Geistlichkeit,wodurch sie sich vielleicht am meisten von den Laien unterschied, unddie Ursache war wohl das Cölibat, nnd Folengo hat dennoch manchesr Hier ist die Antwort: Gute Reise für ihn und für mich.