Band 
[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
Seite
267
JPEG-Download
 

267

Literatur, mit der es noch viel schlechter zu stehen scheint, als mitder deutschen. Sie verdienten die gute deutsche Uebersctzung, die ihnengeworden ist, und ich ziehe dieses Epos allen bisher erwähnten, denDivino nicht ausgenommen, vor. Und dieses Werk schrieb Casti imachtzigsten Jahre zu Paris; aber seine gewohnte Heiterkeit verließ ihnnie, so daß ich ihn schon in den sechziger Jahren beneiden muß; hiezunoch seine Welterfahrung, sein anerkannter, fester, liebenswürdigerCharakter; sein Umgang mußte so anziehend sein als seine Schriften.Wir Deutsche besaßen schon längst vor ihm redende Thiere übermenschliche Fehler und Laster, lustig zu lesen, und zwar in vierund-zwanzig Gesprächen und zwölf Bänden. Franks, und Leipzig 1738—62;aber gegen Casti sprechen hier bloße Esel, die sich jedoch sechsmalverjüngten, so genügsam und eseleiliebend waren unsere guten Alten,denen noch mächtig die Usvosrsmxa' am Hofe des Löwen imponirenmußte, da sie sich ja vor weit schwächeren Thierchen fürchteten, diebeißen konnten.

Aber nun genug von den Italienern, und nur noch Wenigesvon den ernsten Spaniern, die recht solide komische Laune haben, undmehr als einen Cervantes vielleicht hätten, wären sie mit der Kulturfortgeschritten. Ich kann höchstens die Moschee des Domherrn Villa-viciosa nennen, die sich neben Quevedos Orlando stellen darf, Lopede Vega's Gatomachia, Sylvesters Raub der Proserpina und Alvaresde Toledo Kurromaguia oder Eselskrieg. Und ihre nächsten Nachbarn?Ohne ihren Camoens würden die Portugiesen in der schönen Literaturgar nicht zu nennen sein; sie haben nichts als Sonetten und ein platteskomisches Epos des Carvalho Caticana, oder der Katzen- und Hunde«krieg 1794 geliefert, und doch haben sie Hang zu satirischem Witze,wie die Britten am besten wissen, und ihre schöne Sprache wäre ganzgebildet für das Drollige, wäre ihr Geist nicht verbildet durch Pfaffen.

Frankreich brachte wohl die besten Schriftsteller in diesem Fachehervor, und Boileans Imtriu mag den Anfang machen. So unbe-deutend auch dessen vio oomioa ist, so bedeutend war der Ruhm diesesWerkes, was so unbegreiflich bleibt, als der große Ruf des HerrnAutors, dem man schönes Reimgeklingel, aber keine Sachen, undnur wenig Witz und Laune zugestehen kann; aber er galt etwas beiLudwig XIV. Weit über Imtrin steht Gressets lieblicher Vert-Vsrt,den er als Jesuit im sechsundzwanzigsten Jahre schrieb, und zum Lohne,sowie auch wegen seiner lustigen tllmrtreuss und anderer ungeistlichen

* Pfotenleckerei.