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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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bewegen sich nicht auch die unsichtbaren Engel, und wer will wagen,diese Wahrheit zu längnen? Prior setzt die Seele in die Zunge, inHände und Füße (zuerst sitzt sie auf der Zunge), im Jünglingsalterin die Mitte des Körpers, dann ins Herz und endlich in den Kopf;im höheren Alter wisse man gar nicht, was aus ihr geworden sei, undbittet daher das Schicksal, wie Demokrit auch sorglichst:

Oive ine xla^tü1n§s kor tüs olä s§s. *

Mit deutschen, älteren komischen Epopöen sieht es natürlich trau-rig aus; Fischarts Prediger, Mönch und Baarfüßler, SchnurrersAmeisen- und Mückenkrieg, Wernicke Hans Sachs, wo der hohen-stein'sche Schwulst und elende Dichter gegeißelt werden, sind zu ge-schmacklos, um noch jetzt gelesen zu werden, und Rollenhagens Frosch-mäußler ist noch das Erträglichste darunter. Wegen seiner politischenTendenz pflegte ihn der berühmte Thomasius seinen Zuhörern zuempfehlen, und es wundert mich, daß der launige Mann nicht selbstparadirt unter unsern Komikern. Sein Anfang ist ziemlich ernst:

Wer hier nur sucht zu lachen,

Wird mehr schlafen als wachen,

Denn nie des Schreibers Meinung warDaß er wollt lachen ohne Jahr.

Schön und gleich ernst ist das Ende:

So fahl, so schaal, so kahl geht's aus,

Wenn sich der Frosch rauft mit der Maus.

Die Britten waren auch hier unsere Vorgänger; Pope's Locke n-s raub wurde bewundert, und Dusch und Zachariä trugen offenbar

s seine Fesseln. Dusch Schooßhund und Toupet ist nicht auszu-

'' halten, eher aber Zachariäs Epopöen, darunter der Renommist, der

c in der That viel mit beitrug, daß man den akademischen Unsinn

? lächerlich fand, und endlich selbst die Renommisten ihn so fanden. Die

, Verwandlungen, Phaeton und Murner in der Hölle langweilen, aber

s das Schnupftuch geht mit; im Ganzen aber war doch Zachariä'ss eomioa so hölzern als seine Hexameter, und man muß an Lessings

s böses Maul denken, das sich einst öffnete, als Zachariä auf seine Equi-

page ein goldenes Z setzen ließ: „Warum hat doch der Mann das^ nicht bleiben lassen; Jeder, der das Z sieht, wird sagen: Es stecktnichts dahinter!" Wernikes Verse in seinem Hans Sachs sind wahr-' lich noch besser:

* Gib mir Spiclsachen für's hohe Alter.