leiten übel nimmt. Bayard hieß Piynez; der König hatte beim Probe-ritt des Ritters ohne Furcht und Tadel ausgerufen: kiguor, kago,xigiier! r und Bayard nahm den Spitznamen so wenig Übel, als an-dere Landleute. So soll der Name des fürstlichen Hauses Metternichvon einem Ritter Metter herrühren, der eine Beschuldigung vor demHofe so schon abzulehnen wußte, daß der Kaiser rief: „Metter nich!"(Metter that's nicht). Solche sogenannte Spitznamen erben auf demLande oft lauge auf dem Hause fort, daher auch Hausuamen genannt,und oft erfragt man aus Dörfern seinen Mann sogleich, wenn mandiesen Hausnamen weiß, während man lange vergebens fragen muß,wenn man bloß den eigentlichen Zunamen weiß. So ist mir ein BauerHannickels Nickels Nickel bekannt; sein Großvater hieß Haunickel, folg-lich der Sohn: Hannickels Nickel und der Enkel: Hannickels NickelsNickel. Er wird weniger böse, als ein gewisser Oberkellner, wennman Nebukadnezar ruft; „aber woher dieser alttestamentliche Name?"fragte ich den Wirth, der mir sagte, er heiße eigentlich Neb, das seiaber zu kurz gewesen, und so sei ein lustiger Gast auf Nebukadnezarverfallen.
Wir finden, daß schon die Alten solche Beinamen liebten, wahr-scheinlich nicht ohne burleske Rückblicke, wie die Speisenamen Fabii,Lentuli und Cicero, ^ dessen Vorfahren vielleicht statt Bohnen umdLinsen Erbsen liebten, oder eine Warze auf der Nase hatten, die da-her die Kunst auch dem großen Redner aufheftet. Und sind die Na-men neuerer Familien, die mir bekannt sind, nicht noch sonderbarer?Blasdenbrey, Aufschnatterer, Bouterweck, Hutzelschneider, Felleisem,Katzenschwanz, Kalbskopf, Knallerballer, Rindfleisch, Seidenschwanz,Schindwolf, Stubenrauch, Stubenvoll, Schnurrer rc. Es gab eimefränkische Adelsfamilie v. Teufel; ihr Erbbegräbniß war im KlostsrEberach, und es gehörte zu den Klosterspäßen, dem Fremden in deerKirche das Grabmal eines Conrad v. Teufel, gest. 1348, neben demseiner Mutter Mathilde zu zeigen, mit den ständigen Witzworten-:„Hier liegt der Teufel uud seine Mutter." In einem Wvchenblatttemeldete eine Jungfer Unzeitig ihre eheliche Verbindung, und ein gee-wisser Mittenentzwei die Entbindung der Frau Mittencntzwei. Eimalter Buchhändler und Buchdrucker Schweißer, dem ich sagte: „Abe:rbeim heutigen Gastmahl habe ich Ihre Eßlust bewundern müssen," ere-widerte: „Ich habe meinem Namen Ehre machen wollen."
Nichts war Friedrich gehässiger, als lange und sonderbare Namem.
l Spornt, Page, spornt. — 2 Bohne; leas, Linse; eiesro, Kichererbse.