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Meister sprach nie von Nebncadnezar, ohne königliche Majestät beizu-setzen; und nannte nie den Nathan ohne Hochwürden. So übersetzteein alter Franzose des Demosthenes „Männer von Athen!" durchMessieurs, und nannte den heiligen Augustin stets Monseigneur. Imletzten österreichisch-türkischen Kriege meldete ein ästhetischer Zeitungs-schreiber: die Flucht von tausend Seelen sammt Vieh aus Belgrad;folglich durfte der Bauer wohl die Adresse an seine Tochter schreiben:an meine liebe Tochter Anna Maria, Viehmagd bei dem hochadeligeuRindvieh zu N. N.
Die größten Sprachlächcrlichkeiten sind mit dem Latein verschwun-den, die die Stirne des pedantischen Schulmanns entrunzelten, wieder Witz Voltaire's die Gäste an Friedrichs Tafel. Wer lächelte nichtheute noch über den verdeutschten Vers Virgils l?orniosuiu pastorvorxclon aräsbat LIexin,' der Schäfer Corydon briet einen schönenHäring. Köstlich war damals das Küchenlatein des Schülers: Donsäst tlbi bonnin ssro, und die Antwort des aufgebrachten Lehrers:8t tlbi maluill cito. 2 Wie verzeihlich ist es, wenn ein Franzose, wederJurist, noch großer Lateiner, aus dem so unverdaulichen äus äiZssto-rum ° eine Verdauungsfuppe macht, üus äs äigestiou?
Wenn Hippel uneheliche Kinder Dithyramben, und die ehe-lichen Lehrgedichte nennt, oder ein Erzherzog die Mark Branden-burg des heiligen römischen Reichs Sandbüchse, so erregen diese witzige»Ausdrücke doch kaum mehr Lachkitzel, als die verunglückten Witzeleien,z. B. Ronsards: ls solsil xerruyus äs lumisre, < oder unser Gott-sched, wenn er Leibnitz das hochberühmte Stlchtkind Leipzigs nennt,wie die weiland deutschordenschen Unterthanen sich häufig Deutsch-ordenskinder zu nennen pflegten. Lavater nennt das schöne GeschlechtOel zum Essig der Mannheit, und ein neuerer Schöngeist Moses dengehörnten Gesetzgeber, und sagt von sich selbst, daß er sich mit derMilch der Musen sattsam genährt habe. „Aber die Musen sind jaJungfrauen, sollten Sie solche gar entehrt haben?"
Juden sind besonders stark im komischen Mißbrauch gewisserWörter aus fremder Sprache, und sagen gar nicht übel, statt Nota-rius xublisus, Natatus xuläious, statt Professor Professer, undstatt illuminiren lumpeniren. Meisterhaft ist der Brief eines jjüdi-schen Freiwilligen aus Paris 1814, wegen besten Länge ich aber auf
i Corydon brannte vor Liebe zum schönen Knaben Alexis. — * Gott gebe Dir einenguten spät (statt: Abend). — Und dir einen schlechten bald. — * PandettenreHt. —4 Die Sonne mit Licht frisirt.