rief, worauf ihm der Hausherr die Entfernung begreiflich zu machensuchte, sah sich im Zimmer um, und ergriff endlich ein Glas, und nunbekam er, was er wollte. Er versiunlichte seine Wunsche, wie derKurier, der Küß! Küß! verlangte; die Postmeisterin verstand einenKuß, er aber ein Kissen in seinen Wagen; und, da er noch mehrDeutsch verstand, erklärte er sich näher: „Nix Küß auf die Mund,Küß auf die A...!" mit angemessener Pantomime, wie der, der Eierverlangte: er nahm zwei Obertassen, hielt sich beide vereint an denHintern und rief, sich niederdrückend: „Olou! 6Ion!"
Nicht immer aber gehen solche Mißverständnisse auf Lachen aus.Ein deutscher Bürger, der auf das Hui vlvo? der Schildwache ant-wortete: „Bürger," wurde niedergeschossen, weil jener Lougrs' ver-standen hatte, und mancher gute Baier bekam im letzten Kriege selbstvon Deutschen Hiebe auf sein „I mög nit," was bei ihm bedeutet:„Ich vermag es nicht." Franzosen, und auch Britten und ItalienerPflegen sich in der Regel weit weniger um die Landessprache zu küm-mern, als Deutsche im umgekehrten Falle, und so lacht einer über denandern. Im Norden gab es während unseres langen Krieges eineMenge Namen auf französischen Listen: sogt äo Hoersllo ? denn
wenn im Bureau einer nach seinem Namen gefragt wurde, so fragtedieser gewöhnlich weiter: „wat seegt de Keerl?" Ich kannte Franzosen,die zwanzig bis dreißig Jahre schon in Deutschland lebten, und dasDeutsche immer noch radebrechten, und so kann es wohl sein, daß einKranker sich das Lied bestellte: „Von Gott will ich nicht lassen, denner läßt nicht von mir," aber sagte: „Von Gott will ik nix wissen,denn sie weiß nix von mir." Selbst eine brittische Dame, die langezu Berlin gelebt hatte, versicherte Pariserinnen, die sich vor dem Ein-marsch der Preußen fürchteten: „O die Preußen sind artige Männer,die Ihnen gewiß nichts zu Leibe (leide) thun!"
Ein Sachsenhäuser gerieth in Wuth über die Worte seines Fran-zosen, dem er seine besten Bohne» vorgesetzt hatte: O'sst Kon! 6'ostKon! r denn er verstand Saubohnen! denn mit der Aussprache pflegenwir Deutsche es bekanntlich wenig genau zu nehmen; im Süden wirdb und p, d und t, i und ü nicht einmal unterschieden, daher jeneschwäbische Actrice zu Hamburg die Thränen in das hellste Lachenverwandelte, als sie bei den Worten: „Du sollst büßen!" das b undü in P und i verwandelte. Und nun erst die Aussprache einer frem-den Sprache? Ein gewisser Geheimerath Pflegte sein bischen Fran-t Wer da? — Schandkerl. — 2 Das ist gut.