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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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aus wichtigen Dingen; sie enthalten die allgemeinen Urtheile des Volks,folglich sind sie wahre Urkunden des Nationalgenies und der Sittender Vor- und Nachwelt. Echte Nationalsprüchwörter lassen sich daherauch in keine fremde Sprache leicht wörtlich übertragen, man mußüberhüpfen oder substituiren, und daher verhalt sich eine Uebersetzungdes Don Quixote zum Original, wie ein Kupferstich zu seinem Ge-mälde.

Es gibt Provinzialsprüchwörter, ja solche, die bloß gewissen Stän-den eigen sind, juristische, ökonomische, historische rc.; daher haben wirauch viele Bücher darüber, worinnen sie auf Moral, auf Ins undMedizin angewandt sind, Briefe und Reden in bloßen Sprüchwörtern,selbst ein Lustspiel Harsdörfers in bloßen Sprüchwörtern. Wir habenselbst ein neueres Werk: Webers 365 Denksprüche der Deutschen nebstBibeltextcn und Kirchenliedern, Wittcnbcrg 1807, das freilich nur inSachsen geschrieben werden konnte, und noch fehlt uns ein recht ge-diegenes Handbuch, das recht verdienstlich wäre. Die reichste Samm-lung, bei der Erasmus das Beste thun mußte, ist: ^ä--§ia i. s. kro-vsrbiorum, karosmiaruiu st?araboloruin oinniuiii, guao apuä Orns-vos, I,stillos, Uobrnsos, Grabes sto. in usu tusrunt, in looos ooin-ninnss äigesta. I'rkr. 1846. kol. Sie ist schon wegen des Lateinsnicht mehr für unsere Zeit, wäre aber ein herrliches Piedestal einesneuen Werkes, das ich wünschte, wie eine recht gute Geschichte derErfindungen, ein freilich unendlich erhabener, herzerhebender Gegen-stand, woran ich denke, so oft mir der Philister Busch in die Augen fällt.

Die Griechen hatten ihre karosmia und die Römer ihre ^cla^ia,die Erasmus sammelte, unter welchen ich jedoch wenige komische finde.Die Römer mögen zu ernst gewesen sein für komische Sprüchwörter,wenn sich auch bei Plautus das kluge Sprüchwort findet: „eine ge-scheite Maus hat mehr als ein Loch." Aber die lachlustigen, luftigen,echt französischen Griechen? Und doch läßt sich höchstens anführen,daß sie einen ungebetenen Gast, der sich mit den gebetenen einstellte,Umbrs, Schatten nannten, und einen geringfügigen Streit, den Streitum des Esels Schatten, oder äs laua ooprina, ' daß sie von einemunvernünftigen Unternehmen sagten: „der melkt den Bock, und jenerhält das Sieb unter," oder von einem verzagten Witzling: „er ruftdem Herkules bei einem Flohstich!" Aristoteles hat das Sprüchwort:„eine Schwalbe macht noch keinen Sommer," und sein M «vrl irossSsi;,tussis pro oroxitu, mag auch gelten.

* Um die Wolle der Ziege.