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Ich bedaure, aus der Sprache unserer nördlichen Bruder keineNationalsprüchwörter anführen zu können, und noch weniger polnischeund ungarische aus Mangel an Sprachkenntnisseii, und es ist schade,daß wir deutsche Sprachliebhaber uns nicht mehr um slavische Sprachebekümmern; die Sprachen unserer nähern Nachbarn sind allerdingsgebildeter, aber jene lägen den Deutschen noch näher. Die Spracheder Russen, jetzt auch unsere Nachbarn, und vielleicht mehr, als dieFranzosen, ist sehr reich an Sprüchwörtern, mir aber nur oberflächlichbekannt; wer Russen näher gesehen hat, wird sich über ihre vielenkomischen Sprüchwörter nicht wundern, denn sie sind die Franzosendes Nordens, und die Kosaken wahre Policiuellos. Mir ist nur einrussisches Sprüchwort bekannt, das gediegen ist: „Mau empfängt denMann nach dem Kleide, und begleitet ihn nach seinem Verstand," d. h.wenn man nichts von ihm will, sonst geht die Begleitung die Treppehinab bis zur Hausthüre hinaus. Vor zwei Generationen noch wer-den nur wenig Gelehrte englisch verstanden haben, jetzt die Mehrzahl,nnd so könnte es wohl in zwei Generationen mit dem Russischen stehen,zumal wenn die Literatur dazu einladen sollte; andere Einladungenaber wollen wir uns doch verbitten.
Der neueste Schriftsteller über Sprüchwörter, der sie die Weis-k heit auf der Gasse nennt, Sailer, darf sich neben die Agricola, Frank,s Blum, Siebenkees, Eisenhardt rc. stellen; sie behalten ihren Werth,^ und man liebt sie, je mehr man sich dem Alter nähert, um so mehr,^ weil der Bouton fehlt nnd man gut gesagte Meinungen nicht mehrs liebt; jedoch bleibt ihr gehäufter Gebrauch stets Beweis niederer Er-^ ziehnng, sowie ihre Anwendung bei Unbekannten, namentlich in Ge-" sellschaft, die Achtung verletzen kann, die man erwarten darf. Sobrachte mich ein ehemaliger Franziskaner, der aber den Titel Hofpre-diger führt und nicht zu wissen scheint, daß der Prozeß des Papstesund der Mönche längst entschieden ist, selbst in der gebildeten katholi-schen Welt, bei gewissen Erzählungen mit seinem groben Sprüchwort:„Dein Maul hat ein Loch," so in Harnisch, daß ich Hut und Stockergriff und die Gesellschaft verließ.
Das Volk malt nicht on miniaturs, sondern al Ib'0800, nnd dieseseine Malereien sind Natur, die der Bonton nicht kennt, die mit wenigviel sagen, aber zu derb für die Weichheit sind. Wer bloß in seinemLe Vaillant den Löwen brüllen hörte, begreift kaum halb das Wort:„Er brüllt wie ein Löwe;" wer nie auf dem Meere herumgeworfenwurde, versteht nicht, was in den Worten liegt: „In den Hafen ein-