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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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licher und gutmüthiger sei, als der aalglatte, höflichste und schönsteWeltinensch.

Foote, wenn er locker gelebt hatte und die Beutelleere ihn zurEinsamkeit zwang, verfiel öfters in die finsterste Schwermuth. „MeineThorheiten," rief er unter Thränen, „haben mir Feinde gemacht, undmeine Verschwendung wird mich ins Armenhaus bringen." Glück-licherweise gingen solche Paroxysmen schnell vorüber, wie bei allenSanguinikern und Temperamentsphilosophen, die es mit den Stoikernaufnehmen dürfen. Manchmal habe ich schon Leichtsinnige beneidet;während ich bei Dingen, die mich gar nicht einmal zunächst angehen,oft auf Jahre hinaussehe, die Folgen befürchte und mich gräme, über-lassen sich jene lediglich der Gegenwart — „Kommt Zeit, kommt Rath,"und sind negativ glücklicher.

Schön war es von Foote, daß er sehr mildthätig gegen die Armenwar, kein wilder Satyr; er gab Jedem, der ihn ansprach. „Aber derKerl scheint mir verdächtig, ist er ein würdiger Armer?" — „Ent-weder ist er ein Unglücklicher," erwiderte Foote, „oder ein recht ge-wandter Komödiant; in beiden Fällen ist er meiner kleinen Hülfenicht unwerth." Er lachte und spottete gern über seine Freunde, aberbrauchten sie wesentliche Hülfe, so stand seine Börse offen. Rath undThat — an Rath fehlt es nie, wenn man in Verlegenheiten geräth,aber That? Es erinnert mich an eine erlauchte Dame, die zum Theilan meiner Verlegenheit mit Schuld war; als ich mich auf ein Dörf-chen retirirte, gratulirte sie mir: „Das habe ich längst gewünscht, daßSie frei und unabhängig sein möchten, nun werden Sie doch schreiben?"An die gehörigen Mittel dachte sie nicht, und ich durfte vom ihr er-warten, daß sie dem Manne jetzt in seinem Unglück, schon zur Ehredes Hauses, eine kleine Unterstützung verschafft hätte, da sie wußte,wie treu, redlich und uneigennützig ich bei zwei alten Herren zehnJahre ausgehalten hatte, ohne etwas mit mir zu nehmen, als was ichmit dem Maule davontrug.

Nichts konnte Foote mehr empören, als Hochmuth, und einemgroben Lord, der ihn verächtlich einen Komödianten schalt, sagte er:„Ja, der bin ich, und Sie geben mir Gelegenheit, den Caliban voll-kommen einzustudiren." Seine ärgsten Feinde waren die Methodisten,weil Mutter Kole in seiner Minderjährigen Kupplerin aber zugleichauch Methodistin ist: denn Pietisterei, die bei uns mehr als in Eng-land um sich zu greifen scheint, verträgt sich mit allen Lastern, sowiemit der gesalbten heiligen Bibelsprache die schändlichste Heuchelei, die