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Antiken mit der größten Dreistigkeit kritisiren hörte; es würde unsereLandsmänninnen empören; aber sie beunruhigt ein Priapus so wenig,als ein Strohhalm, oder ein Loch im Kleide so wenig, als den Natnr-historiker der küallns imxnäions, vor dem ich stets im Pflanzengartenlachende Liebhaber fand. Zu Paris ist man auf italienischem Wegs,und Russinnen scheinen sogar die Alten erreicht, wo nicht übertreffenzu haben, denn sie scheuen sich vor ihren Leibeigenen so wenig, als dieGriechinnen und Römerinnen vor ihren Sklaven und Sklavinnen,denn es sind ja keine Menschen. Vier Damcnregierungen werdennoch lange Spuren hinter sich lassen; sie haben die Damen zu halbenMännern gemacht und noch mehr. Die bequeme Mode der Fächerwar eine herrliche Maske für deutsche Damen, die nicht gern scheinenwollten, was sie waren. Genug, der Lingam der Jndier, der Phallusder Aegypter, der Priap der Griechen und Römer hatten nichts Obscö-neS, denn er war etwas Heiliges, wie die Antiken der Kunst, undhaben wir nicht selbst antike Kleidung wieder hervorgesucht, antikenKopfputz und voilo L I'antigns? ^
In einem Winkel des Königreichs Neapel, zu Jsernia, soll sich so-gar der Gottesdienst des Priapus bis auf unsere Zeiten erhaltenhaben, nur daß Priapus St. Cosimo heißt. Hamilton brachte vieleAbbildungen davon mit nach London, die zu einem seltenen englischenBuche mit obscönen Kupfern Gelegenheit gaben. Das von griechischemBlute stammende Geschlecht pflegte am Feste des heiligen Cosimodas Glied, das den Namen der großen Zehe St. Cosimos führt, zuopfern, und die Mönche trieben einen einträglichen Verkehr mit diesenWachsfiguren. Eine Frau, die mit ihrem Loos zufrieden war, legteihr wächsernes Opfer auf den Altar St. Cosimo: rinAroiiio (ich
danke)! Eine ledige Person brachte ein stärkeres Opfer mit dem Seuf-zer: 8t. 6osiwo tals gnots (wie es auch sein mag); bescheidenereJungfrauen aber legten ihre Gabe auf den Altar mit einem bloßen:8t. Losiino mi rseoiuiuanäo (ich empfehle mich), ohne etwas vorzu-schreiben.
Die allzufreien Grundsätze der Alten in pnnoto puneti findenoffenbar große Entschuldigung, da die Frauen nicht gesellschaftsfähigwaren, sondern zu Hause lebten, wovon etwas übrig sein sollte, undso die Grazien weiblicher Schamhaftigkeit nicht beleidigt werden konn-ten; die Bücher der Alten wurden nicht gedruckt, kamen folglich wederunter das Volk, noch weniger in die Hände der Jugend, wo das
* Schleier nach alter Art.