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die über die französische Revolution vernünftig dachten, 1790 im Mundedes Adels Scheißkerls, — wenigstens schlechte Kerls?
Wcißlingers Schrift: „Friß Vogel oder stirb," wurde von Kaiserund Reich, und am meisten von der Reichsstadt Schweiufurt getadelt;aber der erhitzte Jesuit vertheidigte sich in neuen dreckigen Redens-arten und neuen Schimpfreden, und schließt seine Bonmots: „Bin ichzu tadeln, wenn ich diese Leute unter die ausgeschömtcsten Armcehurcrund Erzspitzbnben obenanstelle und sie herabmache, daß sie kein halb-krepirtcr Hund anseicht, die cvangellose Canaille ohne Gewissen," undso war auch noch der Witz des siebcnzehnteu und achtzehnten Jahr-hunderts. Weißlinger allegirt unter Luthers Tischreden die Antworteines Predigers au der Tafel eines Herzogs von Sachsen 1729: „Wannsind die Rosenkränze am wohlfeilsten? Zur Kirschenzeit, denn da läßtjeder Bauer einen hinter sich liegen."
Unter den neueren Italienern steht Peter Aretino unstreitig obenan, dessen ganzes Leben ein wahrer Triumph der Unverschämtheit warbeim Mangel aller Grundsätze und solider Kenntnisse. Schon seineGeburt war eine Folge der Unkeuschheit, und sein bischen Wissen ver-dankte er der Buchbinderei. Verbannt ging er nach Rom als Be-dienter, Leo X- nahm ihn in Schutz, und die Mediceer selbst da noch,als er wegen seiner sonstti Imssuriosi, wozu Jnlio Romans dieobscönen Kupfer machte, Rom meiden mußte; Johann von Medicisstarb in seinen Armen, und Aretino ging nach Venedig und lebte davon feiner Feder. Kein einziges seiner Werke hat Werth, selbst seineunzüchtigsten Ua^ionamsuti nicht einmal einen obscönen, und docherhielt er Geschenke von den mächtigsten Monarchen für Schmeiche-leien, und von Kleiugroßen aus Furcht. Dieser Unverschämte nanntesich die Geißel der Fürsten, il älviuo, und soll selbst vom Cardinals-hute geträumt haben. Titian malte ihn; auch hat man eine Münzeauf ihn mit: Oivus Xrotlnao und Veritao parit säium. ' Aber sollteman es für möglich halten, daß in D. in Schwaben ein Büchlein Zusinken ist, nur von acht Seiten mit vierzehn Kupfern, das alle andernan der gröbsten Zotigkeit bis znm Ekel übertrifft; Liebhaber werdenes sogleich erkennen, wenn ich die Vorrede des Verfassers anführe:„Lichtenberg schrieb über Hnndeschwänze und Zöpfe, dies gab mir dieIdee, über angeborene und deren Futterale zu schreiben." Es ist einBeispiel von Zote ohne Beispiel, sonst verdiente es gar keiner Er-wähnung.
' Der göttliche AretlN. — Wahrheit erzeugt Haß.