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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Voltaire, der Götze unserer Zeiten, erhielt nicht die Hälfte vonAuszeichnungen und Geschenken, die an Aretin, diesen unwissenden,zudringlichen und schlechten Dintenkleckser verschwendet wurden; docherhielt er auch fleißig Prügel und selbst Dolchstiche; daher sah er, nachBoccalini, am Leibe aus wie eine Seekarte; er nannte ihn den Magnetdes Dolches und Prügels. Bcrni und Nie. Franco verwundeten ihnnoch tiefer durch gelungene Spottgedichte. Sein Tod glich ganz seinemwüsten Leben, getheilt zwischen Spott, Gelderwerb, Tafeln und lieder-lichen Dirnen; er lachte sich sogar zu Tode, 1566, über die liederlichenStreiche seiner Schwester zu Venedig, da er darüber mit dem Stuhlerücklings einen gefährlichen Fall that. Die witzigste Grabschrift aufden erbärmlichen Kerl ist wohl:

Hui Kiaos 1' Kretin, kosts, l'osoo,

äisss mal ä' o§uuu 5uor eks ä'Iääio,

Lousauäos! ool äirs: uon eouoseo! *

Nicht minder berüchtigt ist La Casa, päpstlicher Nuntius zu Venedigund Erzbischof von Benevent (gest. 1556). mit seinen: schmutzigen 6agi-toll ckoi Laoi, ckell' Nartsllo, ckslla 8tir?a, ckel Rönne cki Olovannl,vorzüglich aber ckel Vorno. Dieses berüchtigte Stück enthält aber garnicht das Lob des schmutzigen Nationallasters der Italiener; sein FeindVergerius, dem er wegen Ketzerei den Prozeß machen mußte, beschul-digte ihn desselben mit Unrecht, und ging so weit, zu behaupten, daßdella Casa ein eigenes Werk, äs lauckibus soäowias, geschrieben habe,was man lange glaubte. Seine Capitvli sind in drei bekannten Bän-den der Opsro barlesolie, Utrecht 1726. 8., enthalten, laufen auf zotigeAllegorien hinaus und sind nur wenig witzig, ja langweilig. Seinbestes Werk ist wohl sein Galateo, dem Decamerone und Costigianovon Italienern gleichgesetzt; es ist ein unschuldiges Sittenbüchlein,aus dem Sterne im Tristram eine Galathea macht, und viel Schlim-mes darüber sagt. O Autoren!

Tansilo (gest. 1570) gehört mit unter unsere saubern Helden mitseinem Viuäswiators, wohl die gelungenste und schönste Zote, daherauch in den meisten Ausgaben seiner Gedichte weggelassen; Mercieraber glaubte, diesen Mangel durch seine Uebersetzung zur Seite 1800ersetzen zu müssen; aber vor Papst Pins IV- fand das liebliche Werk-chen keine Gnade, ob sich gleich der Dichter durch ein HeiligesGedicht:

i Hier liegt Aretin, ein Dichter voller Gift,

Der Jeglichen, nur Gott allein nicht schmähte;

Bon diesem sagt' entschuldigend er: Ich kenn' ihn nicht.