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die geöffnete Pforte der Zeit, nnd eilen wieder hinaus in das unbe-kannte Woher, in das Land der Schatten, nnd unsere Jahrbüchermelden uns nur so viel, daß es seit Jahrtausenden so gehalten wordensei und nicht anders. Wir sind Ephemeren vor den Augen des Welt-geistes. Was ist Jemand? was ist Niemand? alle sind Träume einesSchattens, sagt Pindar. Cicero lehrt uns (tznasst. llnsonl. I.), daßder Tod kein Uebel sei (dies ist ziemlich stoisch), ja wunschenswerthsei mors vnm glorm. ^ Bestände das Sterben nur in Geistesaufge-bnng, so könnten Millionen unsterblich sein, laut der Niebelungen-klage:
Warum doch Niemand sterben mag,
Als grad' an seinem letzten Tag?
Der Tod ist Auflösung, und darum nach so vielen Stößen derMenschen und des Geschicks der letzte Gnadenstoß der Natur; er kannkein Uebel sein, da ihn die gütige Mutter Natur für uns Alle bestimmthat, ein unvermeidliches Uebel. Es ist der fünfte Akt der Erden-Tragikomödie. „Der wohlthätige Schöpfer hat den Tod an das Endeunseres Lebens gesetzt," sagte jener Kanzelredner; „was wäre unserLeben, andächtige Zuhörer, wenn er ihn zu Anfang des Lebens gesetzthatte? — Nichts, meine Lieben, gar nichts!" Der Mensch, der demPflanzenreiche Wiege nnd Sarg und seine meisten Genüsse verdankt,bezahlt ihm wieder seine Schuld und nährt mit den aufgelösten Thei-len seines Körpers die Pflanzen, die liebend eine grüne Decke überseine Gebeine ziehen. Alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlich-keit der Menschen wie des Grases Blumen; das Gras verdorrt unddie Blume fällt ab. — Wir sind die Wellen im Strome der Zeit.Wir sehen die Wellen kommen und zerschlagen, wir sehen die Blätter,Blumen nnd Früchte entstehen und verschwinden, und wir allein, wennwir solches noch so lange mit angesehen haben, wollen Ausnahmen sein?
— — — Onures una uiÄnet noxLt ealeanäa semel via Istlii! ^
Das unvermeidliche Schicksal aller Körperwesen ist Zerstörung.Mineralien verwittern, Pflanzen nnd Thiere modern und verwesen,und so wird auch das Menschenthier wieder Erde, von der es ge-nommen war.
Was ist denn aber eigentlich der Tod? Was ist Sterben? Diese
i Tod mit Ruhn,.
2 Eine Nacht wartet auf Alle,
Einmal muß man den Todespfad wandeln.