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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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in einem besseren Lande; mit dieser Lehre stirbt er so ruhig, wie die,welche von Unsterblichkeit und Zukunft gar keine Begriffe haben, oderwie die unglücklichen Neger (deren es genug auch in Europa gibt),die eine Gleichgültigkeit gegen das Leben bekommen, die alle Philo-sophie aufwiegt, ruhiger als der Philosoph, der Unsterblichkeit bloßvermuthet, sie sich wünscht und sich erbaut, so oft ein Sterbender,dessen Herz nur noch mit Mühe schlägt, da die andern Theile schonkalt und abgestorben sind, mit Fassung des Gemüthes freudig lächelnddahinfährt. Viele Neger in den Kolonien trösten sich damit, daß sienach dem Tode wieder mit ihren Lieben und in dem Lande ihrer Vaterauferstehen werden, und denken nicht an die Gefahr, zum zweiten Maloder gar dutzeudmal verkauft zu werden. Die liebliche Melodie umdas Sterbelager des Weisen ist das noch vernehmliche Echo eines,wenn auch nicht langen, doch rein harmonisch verklungenen Lebens.Hier lag das Geheimniß des alten Sokrates, und das war die Eu-thanasia der Griechen, die Jeder in seiner Gewalt hat.

Gott hat uns aus dem Nichts gezogen, und wenn wir auch wie-der dahin zurücksinken, so gelangen wir bloß wieder dahin, wo wirvorher waren. Wir übersehen das Ganze nicht, also Sein und Ab-warten; aber der Unsterblichkeitsgedanke ist tröstlicher. Millionenfahren ruhiger dahin mit einem in mamis tuas * oder mit Simeous:Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren. Eine andere,freilich ziemlich demokratische Frage ist: Sind wir arme Erdenklößedenn auch werth fortzudauern? Friedrich sprach gern über diesenGegenstand, aber wenn man nicht seiner Meinung war, verlor erleicht die Geduld und fragte eben nicht sehr artig: „Sie wollen alsounsterblich sein? und was thaten Sie, um dies zu verdienen?" Un-sterblichkeit ist ein so mächtiger Hebel der Tugend, daß es verdienstlichist, den Glauben eher zu befestigen und ihn eher mit dem Herzen alsmit dem Kopf zu fassen, und daher lobe ich mir die Dichter, für derenPhantasie das Land der Unsterblichen wie gemacht ist, Milton, Klop-stock und Jean Paul. Ein anderer gleich tröstender Gedanke ist dieVorsehung; es ist kein Widerspruch, diese Sorge für jeden Einzelnen,denn Gott ist allmächtig; aber ist das arme Menschlein denn so wichtig,daß sich der Schöpfer des Weltalls individuell um solches kümmere?Ist es nicht etwa gar theologischer Mcnschenstolz oder Eigennutz, dernicht ohne Lohn Tugend hienieden geübt haben will? Bon dieserSeite könnte man im Unglauben sogar eine Tugend sehen, die dasi In Düne Hände befehle ich meinen Geist.